Die Ressourcentheorie ("Resource-based Theory") basiert auf der Idee, dass Kapital, Arbeit und natürliche Ressourcen wichtige Faktoren sind, welche die Produktivität einer Firma beeinflussen. In der jüngeren Vergangenheit ist die Bedeutung von Wissenskapital jedoch stark gewachsen, was zur Entwicklung der wissenbasierten Unternehmenssicht ("Knowledge-based Theory") führte. Diese besagt, dass der Unternehmenswert durch die Generierung, Anwendung und Kapitalisierung von Wissen gesteigert werden kann. Diese Studie untersucht, inwiefern Wissensmanagement die Innovationsleistung von Unternehmen beeinflusst, wobei verschiedene Managementpraktiken unterschieden werden: a) Explizites Wissen kann kodifiziert werden, was die Nutzung und Verbreitung dessen vereinfacht. Insbesondere der Einsatz von Computernetzwerken vereinfacht die Kodifizierung, Speicherung und Verbreitung von Wissen. b) Nicht alles vorhandene Wissen ist kodifizerbar. Dieses wird häufig als implizites bzw. stilles Wissen ("tacit knowledge") bezeichnet. Um solches Wissen zu verbreiten und besser zu nutzen, ist persönlicher Kontakt der Mitarbeiter nötig. Dieser kann durch perkuniäre Vergütungssysteme, wie z.B. ein betriebliches Vorschlagswesen oder durch gezielte Schaffung einer Erfahrungs- und Kompetenzplattform zum Ideenaustausch stimuliert werden. c) Da nicht jegliches Wissen betriebsintern generiert werden kann, ist es ebenso erforderlich externes Wissen zu akquirieren. Dies kann etwa durch spezifische Quellen, wie Patentdatenbanken, oder durch Zusammenarbeit mit externen Sachverständigen erreicht werden. In dieser Studie werden Daten des Belgischen Community Innovation Surveys verwendet. Regressionsanalysen zeigen, dass die drei Wissensmanagementtechniken unterschiedliche Wirkungen auf Erfolge von Produkt- und Prozessinnovationen haben. Firmen, die durch Innovationsprojekte Kostenreduktionen der Produktion erreichen wollen, profitieren von der Implementierung kodifizierter Wissensmanagementsysteme und Methoden zur Stimulierung von verstärktem Ideenaustausch unter den Mitarbeiten. Ist das Ziel neue Produkte einzuführen, erscheint die Akquise externen Wissens erfolgversprechend zu sein. Ein Unternehmen sollte folglich, je nach Zielen seiner Innovationsstrategie, spezifische Techniken zum Wissensmanagement anwenden.

Autoren

Czarnitzki, Dirk
Wastyn, Annelies

Schlagworte

Knowledge management, innovation performance