Ziel unserer Studie ist es, ein umfassendes Bild über die derzeit diskutierten verschiedenen Trennbankensysteme zu liefern, die bestehenden Überlegungen kritisch zu hinterfragen und Folgen einer möglichen Umsetzung in Bezug auf die Systemstabilität sowie Bankenstruktur in Deutschland aufzuzeigen. Die Ergebnisse zeigen, dass die unterschiedlichen Trennbankensysteme nur einen eher untergeordneten Beitrag zur Reduktion und Begrenzung von Systemrisiko leisten können. Für die Lösung von Interessenkonflikten scheinen sie keinen signifikanten Beitrag zu leisten und hinsichtlich der Diversifikation des Bankgeschäfts könnten sie sogar nachteilig sein. Ein Trennbankensystem könnte allerdings die Bankenaufsicht durch die Reduktion der Komplexität des Bankensystems etwas einfacher machen. Außerdem könnte die glaubhafte Drohung, die Investmentbanken im Falle einer Krise nicht durch staatliche Zuschüsse zu unterstützen, zu einer ökonomisch adäquateren Anreizstruktur der Eigen- und Fremdkapitalgeber führen. Effiziente Maßnahmen zur weiteren Reduktion des Systemrisikos im Finanzsektor sollten aber besser an anderen Hebeln ansetzen, wie etwa zusätzlichen Erfordernissen hinsichtlich des regulatorischen Mindesteigenkapitals.