In der einschlägigen Literatur ist es unumstritten, dass im Bereich privater FuE-Aktivitäten Marktversagen vorliegt. Dies führt dazu, dass das Marktgleichgewicht unter dem sozial wünschenswerten Optimum liegt. Daher verfügen industrialisierte Volkswirtschaften in der Regel über aktive Forschungs- und Technologiepolitik, mit dem Ziel die privaten FuE-Anstrengungen zu stimulieren. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass es zu Mitnahmeeffekten kommt, d.h. die Verfügbarkeit von öffentlichen Geldern könnte Unternehmen dazu verleiten, sich für öffentlich FuE-Mittel zu bewerben, und diese gegen privates Budget zu substituieren anstatt die Subventionen zusätzlich zu investieren. Dieses Dilemma ist daher die Fragestellung in der empirischen Literatur zum Thema Subventionen, die am häufigsten einer empirischen Analyse unterzogen wird. Diese Studie geht einen Schritt weiter und analysiert die Wirkung öffentlicher FuE-Förderung auf die Verteilung der FuE-Aktivitäten in der Volkswirtschaft. Theoretische Untersuchungen im Bereich der endogenen Wachstumstheorie zeigen, dass Subventionen einen wichtigen Einfluss auf die FuE-Konzentration und dadurch auch auf Marktstrukturen und die langfristige Monopolisierung von Märkten haben können. In dieser Arbeit nutzen wir Daten des "Community Innovation Surveys", um Gini-Indizes der FuE-Konzentration im deutschen und finnischen verarbeitenden Gewerbe von der Unternehmensebene für die Gesamtwirtschaft hochzurechnen. Die Verwendung der beobachteten FuE stellt die tatsächliche Situation in der Volkswirtschaft dar. Um eine kontrafaktische Situation zu schätzen, d.h. die Konzentration von FuE in einer hypothetischen Welt, in der es keine öffentliche FuE-Förderung gäbe, verwenden wir einen ökonometrischen Matching-Schätzer. Es stellt sich heraus, dass die Hypothese vollständiger Mitnahmeeffekte verworfen werden kann, d.h. wie in einer Vielzahl früherer Studien finden wir, dass FuE-Förderung zu erhöhten FuE-Aktivitäten in den geförderten Unternehmen beiträgt. Ferner tragen die Subventionen dazu bei, dass die tatsächliche FuE-Konzentration auf makroökonomischer Ebene signifikant geringer ist als in der kontrafaktischen Situation in der es keine öffentlichen Fördermaßnahmen gibt.

Czarnitzki, Dirk und Bernd Ebersberger (2010), Do Direct R&D Subsidies Lead to the Monopolization of R&D in the Economy?, ZEW Discussion Paper No. 10-078, Mannheim. Download

Autoren

Czarnitzki, Dirk
Ebersberger, Bernd

Schlagworte

R&D Concentration, R&D Subsidies, Treatment Effects, Policy Evaluation