Finanzierungrestriktionen stellen eine wesentliche Einschränkung für Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) dar und können folglich zu Verzögerung des technologischen Fortschritts und der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit führen. Die Frage wie Unternehmen Finanzierunsrestriktionen zu mindern und zu umgehen versuchen, ist daher von entscheidender Bedeutung. Dennoch hat dieser Aspekt in der empirischen Forschung bisher nur wenig Beachtung gefunden.

Betroffene Unternehmen können Strategien entwickeln, um Finanzierunsrestriktionen für ihre FuE-Aktivitäten entgegen zu wirken. Beispiele dafür sind die Aussendung von Qualitätssignalen an Banken und Investoren, die Schaffung von Wegen zur Reduzierung der erforderlichen Ressourcen, sowie die Ausschöpfung von Möglichkeiten zur Realisierung von Skalenerträgen. Mit Hilfe gemeinschaftlicher FuE können Unternehmen diese Ziele erreichen.

Mit dieser Studie leisten wir daher einen Beitrag zum Verständnis der Rolle von FuE-Zusammenarbeit zur Verminderung von Finanzierungsrestriktionen. Wir untersuchen dabei, ob FuE-Kooperationen nicht nur durch die Internalisierung von positiven Externalitäten von FuE Anreize für Investitionen in die Schaffung von Wissen verstärken, sondern auch durch eine positive Signalwirkung und eine Begrenzung des mit den FuE-Projekten verbundenem Risikos die Auswirkungen von Finanzierungsrestriktionen mindert. FuE-Zusammenarbeit stellt ein Qualitätssignal dar, wenn der Kooperationspartner Eigenschaften besitzt, die das Vertrauen in den Erfolg der gemeinsamen Projekte steigert. Zur Zusammenarbeit ausgewählt worden zu sein, stellt somit ein Signal dar, das vom FuE-Partner verliehen wird. Dieser verfügt potentiell über bessere Fachkenntnisse und kann daher die Erfolgsaussichten und das Risiko genauer einschätzen als Banken oder externe Investoren. Strategische FuE-Kooperation ist daher möglicherweise gerade in den frühen Stadien von FuE-Projekten von besonderer Bedeutung, wenn Informationasymmetrien und Unsicherheit sehr groß sind.

Die Ergebnisse auf Basis von Paneldaten aus dem flämischen Teil der OECD FuE-Erhebung zeigen, dass gemeinschaftliche Forschung in der Tat Finanzierungsrestriktionen mindert. Während wir für gemeinsame F und E mit wissenschaftlichen Einrichtungen keinen derartigen Effekt finden, zeigt sich eine deutlich reduzierte Abhängigkeit der Forschungsausgaben von intern verfügbaren Mitteln für reine Forschungsprojekte. Im Gegensatz dazu, wirkt sich horizontale Zusammenarbeit, sowohl auf Forschung als auch auf FuE im Allgemeinen, positiv aus. Vertikale Zusammenarbeit bei FuE, auf der anderen Seite, hat keinen derartigen Effekt.

Schlagworte

Collaborative Research, Industry-Science Links, Research and Development, Liquidity Constraints, Innovation Policy