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ZEW-Bankprognosen

Beschreibung und Methodik der Prognosebewertung

Das Wichtigste in Kürze

In der ZEW-Prognosetest-Umfrage werden einmal pro Quartal eine festgelegte Anzahl von Banken nach ihren Finanzmarktprognosen für die nächsten 3 und 6 Monate gefragt. Am Ende eines Quartals und am Ende des Jahres werden jeweils diejenigen fünf Finanzinstitute ermittelt, die für die Vergangenheit die besten Prognosen abgegeben haben. Dazu wird aus den Prognosen ein Gesamtranking erstellt, das die Prognosegüte aller Teilfragen zusammenfasst. Die aktuellen Prognosen sowie die Bewertung der Prognosegüte werden am Anfang jedes Quartals in der Börsenzeitung veröffentlicht.

Der ZEW-Prognosetest gibt der Öffentlichkeit somit regelmäßig einen repräsentativen Überblick über die Finanzmarktprognosen der in Deutschland tätigen Banken sowie über ihre Prognosegüte für die zurückliegenden Perioden.

Worauf beziehen sich die Finanzmarktprognosen?

Die Umfrage bezieht sich auf die sechs wichtigsten Finanzmarktgrößen in Europa. Im Einzelnen sind dies: die kurz- und langfristigen Zinsen im Euroraum, der Dow Jones Stoxx 50-Index, der Deutsche Aktienindex (DAX), der TecDAX sowie der US-Dollar/Euro-Kurs. Die kurzfristigen Zinsen werden durch den 3-Monats-Euribor abgebildet und die langfristigen Zinsen durch die Umlaufrendite von deutschen Bundesanleihen mit 10 Jahren Restlaufzeit. Alle Prognosen werden anhand der Schlusskurse des im Fragebogen jeweils angegebenen Stichtages bewertet.

Häufigkeit der Prognoseabgabe

Die Umfrage findet am Ende jeden Quartals statt. Es wird dabei jeweils nach den Prognosen für die nächsten 3 und 6 Monate gefragt.

Auswertung der Prognosegüte

Für die Bewertung der Prognosefähigkeit der Teilnehmer werden vor allem zwei Gütemaße verwendet:

1. Theil´s U für jede Einzelfrage:Theil´s U ist ein statistisches Maß für die Bewertung der Prognosegüte. Die Prognosen der teilnehmenden Finanzinstitute (Xf) werden dabei mit einer naiven Prognose verglichen, die einen reinen Zufallsprozess darstellt (= Random Walk). Im Zähler von Theil´s U wird der durchschnittliche quadratische Fehler der Prognosen ermittelt, und im Nenner der durchschnittliche quadratische Prognosefehler der naiven Prognose.

Theil´s U

Eine relativ gute Prognose liegt immer dann vor, wenn der Wert von U kleiner als 1 ist. Für U=1 ist die Prognose gerade so gut wie die naive Prognose. Werte von U größer 1 bedeuten, dass die Prognose praktisch unbrauchbar ist. Theil´s U ist besonders zur Messung der Prognosegüte geeignet, da es nicht nur die Prognosegüte zwischen den einzelnen Teilnehmern vergleichbar macht, sondern auch ein absolutes Maß für die Prognosefähigkeit darstellt. Die Werte für Theil´s U werden für jede der sechs Finanzmarktgrößen einzeln ermittelt.

Im Falle von Finanzmarktzeitreihen, die keinen langfristigen Trend aufweisen wie z. B. Zinsen, wird der Wert am Tag der Prognoseabgabe als naive Prognose (= Random Walk ohne Drift) verwendet. In diesem Fall wird also eine zeitliche Konstanz der Zeitreihe im Prognosezeitraum angenommen. Im Nenner von U steht dann nur die Standardabweichung der zu prognostizierenden Variablen X.

Bei Variablen wie beispielsweise Aktienindizes, die typischerweise einen langfristigen Aufwärtstrend aufweisen, wird dieser historische Trend als wesentlicher Teil der naiven Prognose für die zukünftigen Aktienkurse verwendet (= Random Walk mit Drift). Für die Berechnung des Trends wird für den DJ STOXX 50-Index sowie den DAX der Zeitraum ab Januar 1990 herangezogen. Beim TecDAX wird der Trend mit den Werten ab Januar 1998 (Gründung des Neuen Marktes, Start des Nemax-Index) berechnet.

2. Gesamtindikator: Aus den Werten von Theil´s U für die sechs einzelnen Finanzmarktgrößen wird ein Gesamtwert für die Prognosegüte einer Bank ermittelt. Dabei wird aus den sechs einzelnen Theil´s U-Werten einfach ein arithmetischer Mittelwert gebildet. Dies bedeutet, dass die Prognosefehler der einzelnen Variablen jeweils das gleiche Gewicht im Gesamtindikator erhalten. Bei der Berechung des Gesamtindikators werden sowohl die 3-Monats- als auch die 6-Monatsprognosen verwendet.

Veröffentlichung der Ergebnisse

Zu Beginn jedes Quartals werden die neuesten 3- und 6-Monatsprognosen zusammen mit der Bewertung der Prognosegüte in der Börsenzeitung veröffentlicht. Zusätzlich werden der Durchschnittswert aller abgegebenen Prognosen zusammen mit dem höchsten und dem niedrigsten prognostizierten Wert pro Teilfrage angegeben. Der Leser erhält als Information damit nicht nur die durchschnittliche Prognose der Finanzinstitute, sondern auch Hinweise bezüglich bestehender Unterschiede in der Zukunftseinschätzung zwischen den einzelnen teilnehmenden Banken. Am Ende jedes Jahres werden diejenigen fünf Teilnehmer, die im Laufe des Jahres die besten Prognosen abgegeben haben, ermittelt und als Sieger der ZEW-Prognosetest-Umfrage in der Börsenzeitung namentlich genannt.


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