Jahrg. 23, Nr. 20, Januar 2016

Die Beratungs- und Werbebranche gehörte im Jahr 2014 mit einer Innovationsintensität von 0,9 % zu den weniger innovativen Branchen in Deutschland. Die Innovationsausgaben fielen zudem von 1,07 Mrd. € (2013) auf nur noch 0,71 Mrd. € im Jahr 2014. 2015 sollen die Innovationsbudgets weiter auf 0,69 Mrd. € zurückgenommen werden. Für das Jahr 2016 ist ein Anstieg auf 0,79 Mrd. € geplant. Die Innovatorenquote (Anteil der Unternehmen mit Produkt- oder Prozessinnovationen) sank in fast allen Bereichen der Branche. In der Wirtschafts-, Steuer- und Rechtsberatung ging sie von 24 auf 20 % und in der Unternehmensberatung von 49 auf 43 %. Lediglich in der Werbung blieb sie mit 44 % konstant. Im Branchenmittel verringerte sich die Innovatorenquote um 4 Prozentpunkte auf 27 %. Die Erfolgsindikatoren von Prozessinnovationen zeigten 2014 nach oben: Der Umsatzanstieg durch Qualitätsverbesserungen nahm von 1,4 auf 1,6 % zu. Der Kostensenkungsanteil stieg leicht von 0,9 auf 1,0 %. Der Umsatzanteil mit neuen Produkten fiel gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 5,2 %. Dies lag am deutlich geringeren Umsatzanteil von Nachahmerinnovationen, der gegenüber dem Vorjahr um einen Prozentpunkt abnahm und nur noch bei 4,5 % lag. Der Umsatzanteil mit Marktneuheiten blieb hingegen mit 0,7 % auf dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Unternehmen, die eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten aufweisen, verringerte sich 2014 auf 8 %. Nur 3 % betrieben FuE auf kontinuierlicher Basis. Der Anteil innovativ tätiger Unternehmen dürfte 2015 bestenfalls auf dem niedrigen Niveau von 2014 (34 %) konstant bleiben. So planten für 2015 lediglich 27 % der Unternehmen fest mit Innovationsaktivitäten, weitere 11 % waren noch unsicher. 2016 wollen 24 % Innovationsvorhaben umsetzen, weitere 16 % waren noch unentschieden. In beiden Jahren Prozessinnovationen im Vordergrund stehen.