Jahrg. 20, Nr. 14, Januar 2013

Der Großhandel konnte 2011 einen Umsatzanstieg von nominell rund 1,5% ver-zeichnen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung spiegelte sich aber nur teilweise in den Innovationsaktivitäten der Unternehmen wider. Die Innovatorenquote, d.h. der Anteil der Unternehmen, die neue Dienst-leistungsangebote oder neue Verfahren eingeführt haben, lag 2011 mit 31% knapp unter dem Vorjahresniveau. Die Innovationsausgaben der Branche sanken 2011 auf 1,8 Mrd. € an, nach 2,2 Mrd. € im Jahr 2010. Die Ausgaben für Projekte, die auf die Entwicklung und Einführung neuer Angebote oder Verfahren abzielen, machen im Großhandel nur einen sehr kleinen Teil des Branchenumsatzes aus. Die Innovationsintensität von 0,2% ist wie im Vorjahr die niedrigste im Branchenvergleich. Für die Wettbewerbsfähigkeit der Großhandelsunternehmen spielen Innovationsaktivitäten eine eher geringe Rolle. Dies zeigt sich auch am Umsatzanteil, der auf neue Produkte zurückgeht. 2011 trugen Produktinnovationen nur 5,4% zum Branchenumsatz bei. Im Vergleich zum Vorjahr sank diese Quote um 0,6 Prozentpunkte. Immerhin konnte der Umsatzbeitrag von originär neuen Dienstleistungsangeboten („Marktneuheiten“) von 1,2 auf 1,5% gesteigert werden. Auch die prozessseitigen Innovationserfolge waren im Branchenvergleich niedrig. Neue Verfahren trugen 2011 - wie schon 2010 - zu Kosteneinsparungen von durchschnittlich 1,9% bei. Qualitätsverbesserungen führten zu einem Umsatzanstieg von 1,5% (2010: 0,7%). Die Innovationsausgaben sollen 2012 deutlich auf 2,4 Mrd. € erhöht werden. Für 2013 ist mit einem weiteren Anstieg auf 2,5 Mrd. € zu rechnen. Der Anteil innovationsaktiver Unternehmen von 32% in 2011 wird 2012 zumindest auf 36% steigen. Der Schwerpunkt liegt klar bei Prozessinnovationen. Für 2013 planten 33% der Unternehmen fest mit der Durchführung von Innovationsprojekten. Weitere 7% (2012) bzw. 10% (2013) waren sich noch unsicher.