Jahrg. 20, Nr. 17, Januar 2013

Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Finanzdienstleistungen im Jahr 2011 spiegelte sich größtenteils auch in den Innovationsaktivitäten der Branche wider. Der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben (Innovatorenquote), stieg um sechs Prozentpunkte auf 52%. Die Innovationsausgaben wurden auf dem Vorjahresniveau von 5,0 Mrd. € konstant gehalten. Gemessen am Branchenumsatz (Bruttozins-/-provisionserträge, Bruttobeitragseinnahmen) machten sie allerdings nur einen Anteil von 0,5% aus. Neue Produkte trugen im Berichtsjahr 10,9% zum Gesamtumsatz der Finanzdienstleistungen bei. Die Zunahme um immerhin 1,1 Prozentpunkte gegenüber 2010 ist ausschließlich auf Nachahmerinnovationen zurückzuführen. Der mit Marktneuheiten generierte Umsatzanteil stagnierte im Bankensektor bei 2,1%, während er bei den Versicherungen und Maklern auf 1,7% abnahm. Der Beitrag von Prozessinnovationen zum Erfolg der gesamten Branche entwickelte sich im Berichtsjahr positiv. Die durch die Einführung neuer Prozesse erzielten Kosteneinsparungen lagen bei 5,4% und somit 0,5 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Im Jahr 2011 führten Qualitätssteigerungen zu Umsatzzuwächsen von 3,3%. 2010 betrug dieser Wert lediglich 1,1%. Der Anteil der forschenden Unternehmen stieg im Berichtsjahr auf 19% (+5 Prozentpunkte gegenüber 2010). Die Innovationsbudgets sollen 2012 auf 5,3 Mrd. € aufgestockt, 2013 allerdings wieder auf 5,1 Mrd. € reduziert werden. Für 2012 planten 54% der Unternehmen fest mit der Durchführung von Innovationsaktivitäten. Für 2013 sinkt dieser Wert auf 52%. Weitere 8% der Unternehmen waren sich noch unsicher, ob sie 2013 in Innovationsprojekte investieren werden. Der Anteil der Unternehmen, die ausschließlich im Bereich von Prozessinnovationen tätig werden wollen, soll 2012 von 13% auf 22% deutlich zunehmen und ein Jahr später noch 19% betragen.