Jahrg. 19, Nr. 13, Januar 2012

Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Wasserversorgungs-, Entsorgungs- und Recyclingbranche im Jahr 2010 spiegelte sich nur teilweise in den Innovationsaktivitäten wider. Nach dem Einbruch im Krisenjahr 2009 erhöhten die Unternehmen ihre Innovationsbudgets 2010 leicht auf 0,39 Mrd. €, womit sie gleichwohl deutlich unter den Werten der Jahre 2007/08 (jeweils rund 0,6 Mrd. €) liegen. Bis 2012 sind wieder Kürzungen auf 0,34 Mrd. vorgesehen. Gemessen am Branchenumsatz machten die Innovationsausgaben im Berichtsjahr einen Anteil von 0,8% (2009: 0,7%) aus. Der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben, sank um 2 Prozentpunkte auf 26%. Nur 12% der Unternehmen betrieben 2010 intern Forschung und Entwicklung, nach noch fast einem Viertel zwei Jahre zuvor. Günstig entwickelten sich die Erfolgsindikatoren, wenn auch produktseitig auf niedrigem Niveau. Der mit neuen Dienstleistungsangeboten erzielte Umsatzanteil stieg 2010 auf 4,3%. Dennoch belegte die Branche damit den letzten Rang unter allen Wirtschaftszweigen. Die Zunahme um 2,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr beruhte vor allem auf Nachahmerinnovationen. Der Rationalisierungserfolg durch Prozessinnovationen stieg von 2,7% auf 3,6% in 2010. Durch Qualitätsverbesserungen konnten Umsatzsteigerungen von 1,1% (2009: 0,6%) erreicht werden. Der Anteil der innovativ tätigen Unternehmen, der 2010 bei 34% lag, dürfte 2011/2012 deutlich zurückgehen. So planten für 2011 nur 25% der Unternehmen sicher mit Innovationsprojekten. Für 2012 sinkt dieser Anteil um weitere zwei Prozentpunkte. Jeweils 5% der Unternehmen waren sich noch unsicher, ob sie 2011 bzw. 2012 Innovationsaktivitäten durchführen werden. Vor allem Produktinnovationsaktivitäten sollen zurückgefahren werden.