Jahrg. 19, Nr. 1, Januar 2012

2010 konnte die Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabakindustrie entgegen dem negativen Trend der vergangenen Jahre leichte Umsatzzuwächse verbuchen. In den Innovationsaktivitäten der Branche war diese positive Entwicklung allerdings noch wenig spürbar. Der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben, sank im Berichtsjahr auf nunmehr 39% (2009: 43%). Die Innovationsausgaben gingen dabei deutlich von 2,7 Mrd. € auf 2,1 Mrd. € zurück. Entsprechend rückläufig war auch der Anteil der Innovationsausgaben am Branchenumsatz (Innovationsintensität). Er betrug 2010 noch 1,1% (2009: 1,5%). Gegenüber der Getränke- und Tabakindustrie weist die Nahrungsmittelindustrie weitaus höhere Innovationsausgaben bei niedrigeren Innovatorenquoten auf, d.h. die Innovationstätigkeit ist hier stärker auf große Unternehmen konzentriert. Der mit neuen Produkten generierte Umsatzanteil lag 2010 bei 8,4% und somit um einen Prozentpunkt höher als 2009. Marktneuheiten spielten wie in den Vorjahren eine untergeordnete Rolle für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Die durch Prozessinnovationen erreichten Kosteneinsparungen lagen mit 4,0% leicht über dem Niveau von 2009. Durch Qualitätsver-besserungen erreichte die Branche einen Umsatzanstieg von 1,3%. In den letzten beiden Jahren ging dieser Wert allerdings um einen Prozentpunkt zurück. Die Innovationsausgaben sollen 2011 zunächst wie in 2010 etwa 2,1 Mrd. € betragen, ein Jahr später aber auf 1,94 Mrd. € sinken. Der Anteil der innovativ tätigen Unternehmen dürfte 2011 und 2012 weiter zurückgehen, und zwar sowohl zu Lasten von Produktinnovationen als auch von Prozessinnovationen.