Jahrg. 19, Nr. 5, Januar 2012

Mit stark angestiegenen Umsatzzahlen hat die Gummi und Kunststoff verarbeitende Industrie 2010 beinahe das Vorkrisenniveau erreicht. Die Innovationsausgaben stiegen von 1,64 Mrd. € in 2009 auf 1,72 Mrd. € in 2010 an. Die Innovatorenquote nahm um vier Prozentpunkte auf 61% zu. Parallel dazu stieg der Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten erheblich von 19% auf 29% im Jahr 2010. Der Anteil der Unternehmen mit qualitätsverbessernden Prozessinnovationen sank dagegen auf 18% (2009: 21%). Der Anteil der Unternehmen mit kostensenkenden Prozessinnovationen nahm von 24% auf 21% ab. Da die Innovationsbudgets nicht so stark wie der Umsatz der Branche anstiegen, verringerte sich der Anteil der Innovationsausgaben am Gesamtumsatz (Innovationsintensität) und erreichte im Berichtsjahr einen Wert von 2,4% (2009: 2,6%). Dabei lag die Gummi- und Kunststoffverarbeitung im Mittelfeld der Industrie- und Dienstleistungsbranchen. Der mit neuen Produkten generierte Umsatzanteil zeigte einen Anstieg von mehr als zwei Prozentpunkten auf 16,1% (2009: 13,7%), wobei die Umsätze mit Nachahmerinnovationen deutlich zunahmen. Der Umsatzanteil mit Marktneuheiten verringerte sich dagegen auf 3,6% (2009: 4,5%). Durch qualitätsverbessernde Prozessinnovationen erreichte die Branche Umsatzsteigerungen von 1,7%. Dies waren 0,8 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Unternehmen planten für 2011/12 ihre Innovationsaktivitäten zu verringern. Die Innovationsausgaben sollen 2011 auf 1,69 Mrd. € und 2012 weiter auf 1,61 Mrd. € sinken. Der Anteil innovativ tätiger Unternehmen dürfte 2011 voraussichtlich stabil bleiben und 2012 sinken, wobei sich 9% bzw. 11% der Unternehmen noch unsicher waren, ob sie 2011/2012 in Innovationsprojekte investieren werden.