Jahrg. 19, Nr. 14, Januar 2012

Der Großhandel konnte 2010 nach den hohen Einbrüchen im Vorjahr einen Umsatzanstieg von nominal rund 11% verzeichnen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung spiegelte sich aber nur teilweise in den Innovationsaktivitäten der Unternehmen wider. Die Innovatorenquote, d.h. der Anteil der Unternehmen, die neue Dienstleistungsangebote oder neue Verfahren eingeführt haben, lag mit 32% knapp unter dem Vorjahresniveau. Die Innovationsausgaben der Branche stiegen 2010 auf 2,82 Mrd. € an, nach 2,40 Mrd. € im Jahr 2009. Gleichwohl machen die Ausgaben für Projekte, die auf die Entwicklung und Einführung neuer Angebote oder Verfahren abzielen, im Großhandel nur einen sehr kleinen Teil des Branchenumsatzes aus. Die Innovationsintensität von 0,31% ist wie im Vorjahr die niedrigste im Branchenvergleich. Für die Wettbewerbsfähigkeit der Großhandelsunternehmen spielen Innovationsaktivitäten eine eher geringe Rolle. Dies zeigt sich auch am niedrigen Umsatzanteil, der auf neue Dienstleistungsangebote zurückgeht. Mit 6,1% liegt die Branche auf dem vorletzten Rang unter allen Wirtschaftszweigen. Immerhin stieg die Quote gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozentpunkte an. Dominierend bleibt dabei der Anteil der Nachahmerinnovationen. Die prozessseitigen Innovationserfolge waren 2010 rückläufig. Neue Verfahren trugen zu Kosteneinsparungen von durchschnittlich 1,9% bei (2009: 2,4%). Qualitätsverbesserungen führten zu einem Umsatzanstieg von nur noch 0,6% (2009: 1,8%). Die Innovationsbudgets sollen 2011 auf 2,39 Mrd. € zurückgefahren werden. Für 2012 ist mit einem Anstieg auf 2,58 Mrd. € zu rechnen. Der Anteil innovationsaktiver Unternehmen dürfte von 39% in 2010 auf 31% in 2011 sinken - dies vor allem zu Lasten von Produktinnovationen. Für 2012 planten 32% der Unternehmen fest mit der Durchführung von Innovationsprojekten. Weitere 7% (2011) bzw. 8% (2012) waren sich noch unsicher.