Jahrg. 19, Nr. 6, Januar 2012

2010 verbesserte sich die wirtschaftliche Lage der Hersteller von Glas-, Keramik- und Steinwaren in Deutschland merklich. Dies schlug sich auch in höheren Innovationsaktivitäten nieder. Die Innovationsausgaben wurden gegenüber 2009 um eine Viertel Mrd. € auf 1,03 Mrd. € deutlich erhöht und sollen auch 2011 weiter auf 1,20 Mrd. € steigen. Mit einem Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz von 2,6% lag die Branche über dem niedrigen Vorjahresniveau von 2,3%, aber noch unter dem Wert von 2008 (3,1%). Die Innovatorenquote nahm von 45% auf 47% zu, wobei der Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten mit 22% den höchsten Wert seit 2004 erreichte. Damit einher gingen deutlich höhere Umsätze mit Marktneuheiten (6,6% nach 4,6% in 2009). Der Umsatzanteil mit neuen Produkten insgesamt stieg auf einen neuen Spitzenwert von 17,3%. Zurückhaltend waren die Unternehmen dagegen bei Prozessinnovationen. Der Anteil der Prozessinnovatoren sank auf 21% (2008 noch 37%). Vor allem qualitätsverbessernde Prozessinnovationen waren erheblich seltener anzutreffen. So ging auch der Umsatzanstieg aufgrund verbesserter Produktqualität von 3,2 auf 2,2% zurück. Die durch Prozessinnovationen erreichten Kostensenkungen lagen mit 3,1% etwa auf Vorjahresniveau. Nach der geplanten Ausweitung der Innovationsbudgets in 2011 sollen die Innovationsausgaben in 2012 wieder auf 1,09 Mrd. € zurückgefahren werden, was gleichwohl ein Plus gegenüber 2010 bedeuten würde. Der Anteil der innovativ tätigen Unternehmen dürfte 2011 auf Vorjahresniveau konstant bleiben. 54% der Unterneh-men planten fest mit Innovationsaktivitäten, weitere 6% waren sich noch unsicher. Für 2012 ist dagegen ein deutlicher Rückgang zu erwarten, der gleichermaßen Produkt- und Prozessinnovationen betrifft.