Jahrg. 19, Nr. 20, Januar 2012

Die Beratungs- und Werbebranche konnte 2010 nach den Einbrüchen im Vorjahr wieder steigende Umsatzzahlen verzeichnen. Die positive wirtschaftliche Entwicklung spiegelte sich aber nur teilweise in den Innovationsaktivitäten wider. Die Innovationsausgaben erhöhten sich im Jahr 2010 geringfügig um 0,03 Mrd. € auf 1,05 Mrd. €. Leichten Zuwächsen in der Wirtschafts-, Steuer- und Rechtsberatung sowie in der Unternehmensberatung steht ein geringfügiger Rückgang in der Werbebrache gegenüber. Die Innovatorenquote – d.h. der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder neue Prozesse eingeführt haben – verringerte sich 2010 auf 33%. Die Unternehmensberatungen waren wie im Vorjahr am erfolgreichsten bei der Etablierung neuer Produkte oder Prozesse. Die Innovatorenquote lag hier bei 64%, was jedoch ein Minus von 9 Prozentpunkten gegenüber 2009 bedeutete. Der mit neuen Dienstleistungsangeboten generierte Umsatzanteil konnte 2010 deutlich auf 9,7% erhöht werden. Im Vorjahr lag dieser Wert mit 5,8% noch knapp 3 Prozentpunkte niedriger. Mit Hilfe von Qualitätsverbesserungen wurde ein Umsatzanstieg von 3,2% erzielt. Die Kosteneinsparungen durch Prozessinnovationen sackten gegenüber 2009 um 0,5 Prozentpunkte auf 1,7% ab. Mit Forschung und Entwicklung (FuE) beschäftigten sich im Berichtsjahr 13% der Unternehmen. Somit hat FuE für die Beratungs- und Werbebranche an Bedeutung gewonnen, denn in den letzten vier Jahren lag der Anteil FuE-aktiver Unternehmen noch jeweils unter 10%. Der Ausblick auf 2011 und 2012 fällt gemischt aus: Der Anteil innovativ tätiger Unternehmen dürfte abnehmen – und zwar zu Lasten von neuen Dienstleistungsprodukten wie von neuen Prozessen. Die Innovationsausgaben sollen 2011 auf 0,92 Mrd. € sinken und 2012 auf 0,98 Mrd. € steigen.