Jahrg. 18, Nr. 13, Januar 2011

Die Wasserversorgungs-, Entsorgungs- und Recyclingbranche konnte 2009 infolge der Wirtschaftskrise ihren Wachstumskurs der vergangenen Jahre nicht fortsetzen. Die ungünstige Entwicklung spiegelte sich auch in den Innovationsaktivitäten der Branche wider. Die Innovatorenquote, d.h. der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben, ging im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozentpunkte auf 28% zurück. Die Innovationsausgaben sanken um 43% auf den bisher niedrigsten Wert der Branche von 0,34 Mrd. €. Für 2010 und 2011 waren noch niedrigere Innovationsbudgets von 0,33 Mrd. € bzw. 0,32 Mrd. € vorgesehen. Die Innovationsintensität (Innovationsausgaben in % des Umsatzes) lag 2009 bei 0,8% (2008: 1,4%). Im Berichtsjahr betrieben nur 11% der Unternehmen intern Forschung und Entwicklung. Im Vorjahr betrug dieser Anteil noch 24%. Für den Unternehmenserfolg in den Bereichen Wasserversorgung, Entsorgung und Recycling spielten Innovationsaktivitäten eine untergeordnete Rolle. Der mit Produktneuheiten generierte Umsatzanteil fiel aufgrund rückläufiger Umsätze mit Nachahmerinnovationen erheblich von 4,7% im Vorjahr auf 1,6% ab. Die Branche belegte damit den letzten Rang unter allen Wirtschaftszweigen. Auch die prozessseitigen Innovationserfolge blieben unter dem Niveau des Jahres 2008. Die Kosteneinsparungen betrugen 2,6% (2008: 3,6%). Durch Qualitätsverbesserungen konnten Umsatzsteigerungen von 1,0% (2008: 2,6%) erzielt werden. Der Anteil der Unternehmen, die 2010 sicher mit Innovationsprojekten planten, lag bei 27% und soll 2011 geringfügig auf 26% fallen. Weitere 5% (2010) bzw. 11% (2011) waren sich noch unsicher. Vor allem Produktinnovationsaktivitäten dürften in der Zukunft eingeschränkt werden.