Jahrg. 18, Nr. 1, Januar 2011

Das Krisenjahr 2009 brachte auch für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabakindustrie Umsatzrückgänge in allen drei Teilbranchen. Angesichts großer struktureller Herausforderungen versuchten 43% der Unternehmen, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Einführung neuer Produkte oder neuer Prozesse zu behaupten. Im Vergleich zu 2008 sank die Innovatorenquote um 8 Prozentpunkte, wofür die Teilbranche der Nahrungsmittelindustrie hauptverantwortlich ist. Die Nahrungsmittelindustrie konnte hingegen eine höhere Innovationsintensität (Innovationsausgaben in % des Umsatzes) verzeichnen. Für die gesamte Branche ergab sich 2009 eine Innovationsintensität von 1,6% (2008: 1,5%). Die Innovationsausgaben blieben 2009 mit 2,65 Mrd. € auf Vorjahresniveau stabil. Der mit neuen Produkten generierte Umsatzanteil lag 2009 bei 7,5%. Verantwortlich für die Abnahme um rund 5 Prozentpunkte gegenüber 2008 waren deutlich geringere Umsätze mit Nachahmerinnovationen. Marktneuheiten spielten nach wie vor eine untergeordnete Rolle für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Die durch Prozessinnovationen erreichten Kosteneinsparungen lagen mit 3,8% nahezu auf Vorjahresniveau. Die Getränke- und Tabakindustrie konnte hier jedoch im Gegensatz zur Nahrungsmittelindustrie deutlich zulegen. Die Aussichten für die Innovationstätigkeit in den Jahren 2010 und 2011 sieht die Branche gemischt. So sollten die Innovationsausgaben in den Folgejahren leicht auf 2,56 und 2,51 Mrd. € zurückgehen. Der Anteil der innovativ tätigen Unternehmen dürfte nach einem starken Einbruch 2009 dagegen 2010 wieder zunehmen und 2011 stabil bleiben.