Jahrg. 18, Nr. 8, Januar 2011

Nach fünf Jahren kontinuierlichen und hohen Wachstums kam es im deutschen Maschinenbau im Jahr 2009 zu erheblichen Produktions- und Umsatzrückgängen. Investitionen in neue Anlagen wurden infolge des Auftragseinbruchs und anhaltender Unsicherheiten auf den Finanzmärkten deutlich zurückgefahren. Die gesamten Innovationsausgaben der Branche nahmen um 13% auf 11,39 Mrd. € ab. Dieser Rückgang war allerdings geringer als der Rückgang des Branchenumsatzes, so dass die Innovationsintensität (Innovationsausgaben in % des Umsatzes) von 5,7% in 2008 auf 6,3% in 2009 anstieg. Der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben, sank auf 69%. Hingegen blieb der Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten (28%) und mit kostensenkenden Prozessinnovationen (25%) auf Vorjahresniveau konstant. Mit Produktneuheiten wurde ein Umsatzanteil von 24,1% erzielt. Das Minus von 5,4 Prozentpunkten gegenüber 2008 beruhte auf den deutlichen Umsatzrückgängen bei Nachahmerinnovationen. Auch die prozessseitigen Innovationserfolge waren 2009 rückläufig. Der Kostensenkungsanteil betrug 3,1% (2008: 3,5%). Mit einem Umsatzanstieg durch Qualitätsverbesserungen von 1,9% wurde der Vorjahreswert von 3,4% merklich verfehlt. Angesichts einer im zweiten Halbjahr 2009 einsetzenden Erholungsdynamik planten die Unternehmen, ihre Innovationsausgaben in den Folgejahren auf 11,76 Mrd. € (2010) und 12,55 Mrd. € (2011) zu erhöhen. Der Anteil innovativ tätiger Unternehmen dürfte 2010/2011 zumindest stabil bleiben, wobei sich die Aktivitäten von Kostensenkungen zunehmend in Richtung Produktinnovationen verschieben.