Jahrg. 18, Nr. 14, Januar 2011

Die Wirtschaftskrise führte im Jahr 2009 im deutschen Großhandel zu einem deutlichen Umsatzrückgang. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage versuchten 33% der Unternehmen, ihre Wettbewerbsposition durch Einführung neuer Produkte oder Prozesse zu stärken. Die Innovatorenquote lag damit um 3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Allerdings stiegen sowohl der Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten als auch der Anteil der Unternehmen mit kostensenkenden Prozessinnovationen leicht an. Die Innovationsausgaben des Großhandels stiegen 2009 auf 2,74 Mrd. €, nach 2,35 Mrd. € in 2008. Dieser Anstieg beendete eine dreijährige Phase kontinuierlich sinkender Innovationsbudgets und unterstreicht, dass viele Unternehmen mit Hilfe von innovativen Ansätzen zurück auf einen Wachstumspfad finden möchten. Dies zeigt sich auch am Anstieg der langfristig orientierten investiven Innovationsausgaben, die 2009 um 10% auf 1,43 Mrd. € erhöht wurden. Gleichwohl machen die Innovationsausgaben im Großhandel nur einen sehr kleinen Teil des Branchenumsatzes aus. Die Innovationsintensität von 0,34% ist die niedrigste im Branchenvergleich. Der durch Produktneuheiten generierte Umsatzanteil betrug 2009 nur noch 5,0%, nach 6,8% im Vorjahr, und stützte sich vor allem auf Nachahmerinnovationen. Auch die prozessseitigen Innovationserfolge in Bezug auf Kostensenkungen und Qualitätsverbesserungen waren 2009 rückläufig. Die Innovationsausgaben sollen in den Jahren 2010 und 2011 weiter auf 2,90 Mrd. € und 3,13 Mrd. € steigen. Der Anteil innovationsaktiver Unternehmen dürfte 2010 deutlich auf 44% (2009: 36%) zunehmen. Weitere 5% waren sich zum Befragungszeitpunkt noch unsicher, ob sie in diesem Jahr Innovationsprojekte durchführen würden. Für 2011 lag der Anteil der Unternehmen, die Innovationsaktivitäten fest vorsehen, bei 39%, weitere 7% waren sich unsicher.