Jahrg. 18, Nr. 17, Januar 2011

Nach den krisenbedingten Schwierigkeiten im Jahr 2008 ging es für die Branche der Finanzdienstleistungen 2009 langsam wieder bergauf. Die Einnahmen konnten um durchschnittlich 3% gesteigert werden. Trotz der wirtschaftlichen Entspannung zeigen sich die Unternehmen bei den Innovationsaktivitäten jedoch weiterhin zurückhaltend. Die Innovationsausgaben sanken 2009 um 0,57 Mrd. € auf 3,65 Mrd. €, dem niedrigsten Wert seit Beginn der Innovationserhebung in den 1990er Jahren. Für 2010 und 2011 ist kein Anstieg geplant, die Innovationsbudgets sollen bei rund 3,5 Mrd. € eingefroren werden. Gemessen am Branchenumsatz (Bruttozins- und -provisionserträge und Bruttobeitragseinnahmen) machten sie 2009 nur 0,38% aus (2008 noch 0,50%). Nachdem der Anteil der Unternehmen, die im vorangegangenen Dreijahreszeitraum neue Produkte oder Verfahren eingeführt hatten (Innovatorenquote), im Jahr 2008 auf 59% gestiegen war, sank er 2009 wieder auf den Wert von 2007. Dabei zeigen sich Unterschiede innerhalb der Branche: Während die Zahl innovativ tätigen Banken um 3 Prozentpunkte auf 66% zunahm, gab es 2009 unter den Maklern und Versicherungen nur 40% Innovatoren (2008: 55%). Der mit Produktinnovationen erzielte Umsatzanteil sackte 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozentpunkte auf 7,4% ab. Dagegen ermöglichten Prozessinnovationen Kosteneinsparungen von durchschnittlich 6,0% - eine Verbesserung um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2008. Der Anteil der in Forschung und Entwicklung engagierten Unternehmen ging 2009 auf 19% zurück und glich sich somit wieder an den Durchschnittswerten der vergangenen Jahre an. 2010 und 2011 wollen sich wieder mehr Unternehmen mit Innovationsprojekten befassen: Lag im Jahr 2009 der Anteil innovativ tätiger Unternehmen bei nur 45%, so waren sich für 2010 bereits 53% und für 2011 50% sicher, Innovationen vorantreiben zu wollen.