Jahrg. 17, Nr. 1, Januar 2010

Die Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabakindustrie schloss das Jahr 2008 mit einem nominalen Umsatzwachstum von über 2% angesichts der heraufziehenden Wirtschaftskrise noch positiv ab. Die Innovationsindikatoren entwickelten sich größtenteils ebenfalls positiv. Mit Innovationsaufwendungen im Jahr 2008 von 2,65 Mrd. € konnte der Vorjahreswert gehalten werden. Die Innovatorenquote - das ist der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Prozesse eingeführt haben - stieg um 9 Prozentpunkte auf 51%. Besonders kräftig nahm die Zahl der Unternehmen mit kostensenkenden Prozessinnovationen zu. Die Innovationsintensität (Innovationsausgaben in % des Umsatzes) lag 2008 bei 1,4%. Die Teilbranche Nahrungsmittelindustrie weist dabei einen höheren Wert als die Getränke- und Tabakindustrie bei einer niedrigeren Innovatorenquote auf, d.h. die Innovationstätigkeit ist hier stärker konzentriert. Neue Produkte trugen 2008 12,6% zum Gesamtumsatz der Branche bei. Die Zunahme um immerhin 2,5 Prozentpunkte gegenüber 2007 ist ausschließlich auf Nachahmerinnovationen zurückzuführen. Marktneuheiten spielen insbesondere in der Getränke- und Tabakindustrie eine sehr kleine Rolle für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Die durch Prozessinnovationen erreichten Kosteneinsparungen nahmen auf 3,8% ab. Qualitätssteigerungen führten zu Umsatzzuwächsen von 2,2%. Die Innovationsaufwendungen sollen 2009 trotz Wirtschaftskrise leicht auf 2,71 Mrd. € steigen, 2010 jedoch erheblich auf 2,04 Mrd. € fallen. Der Anteil innovativ tätiger Unternehmen dürfte 2009 leicht sinken und 2010 deutlich zurückgehen. Vor allem Prozessinnovationen sollen zurückgenommen werden.