Jahrg. 17, Nr. 5, Januar 2010

Die Gummi und Kunststoff verarbeitende Industrie konnte 2008 den Wachstumskurs der vergangenen Jahre nur noch in einzelnen Segmenten fortsetzen, sodass bei der Kunststoffverarbeitung am Ende des Jahres 2% Umsatzsteigerung und bei der Gummiverarbeitung 4% Umsatzrückgang zu Buche standen. Dennoch zeichnete sich bei den Innovationsindikatoren ein überwiegend positives Bild ab. Die Innovatorenquote stieg sprunghaft von 51% im Vorjahr auf 63% im Jahr 2008. Dies ging einher mit einer Zunahme des Anteils der Unternehmen, die Marktneuheiten einführen konnten von 20% auf 26%. Noch deutlicher nahm der Anteil der Unternehmen mit kostensenkenden Prozessinnovationen zu: Er stieg um 8 Prozentpunkte auf 25% an. Die Unternehmen der Gummi- und Kunststoffverarbeitung gaben 2008 1,98 Mrd. € für Innovationsprojekte aus und damit etwas mehr als 2007. Der Anteil der Innovationsaufwendungen am Umsatz betrug im Jahr 2008 2,5%. Der mit neuen Produkten generierte Umsatzanteil konnte leicht auf 14% erhöht werden. Verantwortlich hierfür waren höhere Umsätze mit Nachahmerinnovationen, während originär neue Produkte (Marktneuheiten) nur 3,7% zum Gesamtumsatz der Gummi- und Kunststoffverarbeitung beitrugen. Durch Prozessinnovationen erreichte die Branche Kostensenkungen von 3,6% der Gesamtkosten und damit eine Steigerung von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. Angesichts der Konjunkturschwäche planten die Unternehmen, ihre Innovationsaktivitäten im Jahr 2009 kräftig zurückzufahren. Die Innovationsaufwendungen sollen 2009 um über eine halbe Mrd. auf nur mehr 1,41 Mrd. € und damit den niedrigsten Wert seit zehn Jahren fallen. Für 2010 ist eine Beibehaltung des niedrigen Niveaus geplant. Der Anteil der innovativ tätigen Unternehmen dürfte 2009 auf 55% zurückgehen. Für 2010 planten nur 51% der Unternehmen fest mit Innovationsaktivitäten.