Jahrg. 17, Nr. 17, Januar 2010

2008 war für die Finanzdienstleistungen kein gutes Jahr. Die Folgen der Subprime-Krise und die hieraus erwachsene globale Finanz- und Wirtschaftskrise verschlechterten die Ertragslage beträchtlich. Diese Entwicklung hat auch Konsequenzen für die Innovationsaktivitäten der Branche. Die Innovationsaufwendungen sanken im Vergleich zum Vorjahr erheblich auf 4,0 Mrd. € (-1,9 Mrd. €). Gemessen am Branchenumsatz machten sie 2008 nur 0,43% aus (2007: 0,69%). 2009 und 2010 sind weitere Kürzungen vorgesehen, sodass die Innovationsausgaben der Finanzdienstleistungen voraussichtlich bei 3,0 Mrd. € (2009) und 2,7 Mrd. € (2010) liegen werden. Die Zahl der Finanzdienstleister, die in neue Innovationsprojekte investieren, dürfte 2009 wieder leicht zunehmen, nachdem sie 2008 bereits sehr stark gefallen war. Zwar stieg die Innovatorenquote - das ist der Anteil der Unternehmen, die im vorangegangenen Dreijahreszeitraum neue Produkte oder Verfahren eingeführt hatte - im Jahr 2008 auf 59% an. Doch der Anteil der Unternehmen, die für Innovationsprojekte neue Finanzmittel bereitstellten, lag nur bei 48%. Diese Quote könnte 2009 auf rund 50% steigen, wobei vor allem Prozessinnovationen im Zentrum stehen. Der Anteil der Unternehmen mit Produktinnovationsaktivitäten wird dagegen weiter fallen. 2010 ist mit einem erneuten Rückgang der Innovationsbeteiligung auf unter 45% zu rechnen. Im Branchenvergleich liegen die Finanzdienstleistungen mit einem Umsatzanteil neu eingeführter Produkte von 11,4% im unteren Mittelfeld. Einem Anstieg bei den Versicherungen und Maklern stand eine stagnierende Quote bei den Banken gegenüber. Die durch Prozessinnovationen erzielten Kosteneinsparungen gingen in beiden Teilbranchen zurück und erreichten mit 4,7% einen im längerfristigen Vergleich mittleren Wert. Der Anteil der gelegentlich forschenden Unternehmen nahm 2008 merklich zu, während der Anteil der kontinuierlich FuE betreibenden auf 8% sank.