Jahrg. 17, Nr. 4, Januar 2010

Nach einem guten Start in das Jahr 2008 erfasste die Wirtschaftskrise auch die Chemieindustrie mit voller Schärfe, während sich die Umsätze in der Pharmaindustrie positiv entwickelten. Die Innovationsaufwendungen der Chemie- und Pharmaindustrie zusammen nahmen um rund 0,7 Mrd. € auf 12,6 Mrd. € zu. Mit einer Innovationsintensität (Innovationsausgaben in % des Umsatzes) von 6,4% gehörte die Chemie- und Pharmaindustrie zu den innovationsintensivsten Branchen der deutschen Wirtschaft. Die Innovatorenquote - das ist der Anteil der Unternehmen, die neue Produkte oder Verfahren eingeführt haben - nahm auf 83% zu. Das ist der höchste Wert im Branchenvergleich. Dabei stieg sowohl die Zahl der Unternehmen mit Marktneuheiten als auch der Unternehmen mit kostensenkenden Prozessinnovationen. 58% der Unternehmen in der Chemie- und Pharmaindustrie betreiben kontinuierlich FuE. Auch dies ist im Branchenvergleich der Spitzenwert. Trotz der hohen Innovationsbeteiligung wurden 2008 nur knapp 19% (2007: 17%) des Branchenumsatzes mit Produktneuheiten erzielt, was in erster Linie Ausdruck der langen Produktzyklen in der Branche ist. Durch Prozessinnovationen wurden Kostensenkungen von durchschnittlich 3,8% erreicht. Dieser Erfolgsindikator fiel im zweiten Jahr in Folge und liegt um 1,2 Prozentpunkte unter dem Wert von 2006. Für 2009 und 2010 sehen die Planungen der Unternehmen zunächst leicht sinkende, 2010 aber wieder auf 13,1 Mrd. € steigende Innovationsaufwendungen vor. Der Anteil der innovativ tätigen Unternehmen dürfte 2009 auf dem hohen Niveau konstant bleiben, für 2010 ist jedoch mit einem Rückgang der Innovationsbeteiligung zu rechnen.