Der Politik- und Medienrummel in Deutschland um das Thema Industrie 4.0 hält unvermindert an. Doch die Verzahnung von klassischer Produktion mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im Zuge der Digitalisierung bleibt im internationalen Wettbewerb eine Baustelle für die Bundesrepublik: Insgesamt nur 18 Prozent der Unternehmen hierzulande ist der Begriff Industrie 4.0 überhaupt geläufig. Zudem haben lediglich vier Prozent der Unternehmen digitalisierte und vernetzte Produktionsprozesse bereits in die Praxis umgesetzt oder planen damit in naher Zukunft zu beginnen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle IKT-Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, eine repräsentative Erhebung zur Verbreitung und Nutzung von IKT unter rund 4.500 Unternehmen in Deutschland.

Unbemannte Büros in Unternehmen bleiben derzeit zwar noch eine Zukunftsvision. Mobile internetfähige Endgeräte ergänzen aber immer mehr die konventionelle Arbeit an einem festen Rechner.
Unbemannte Büros in Unternehmen bleiben derzeit zwar noch eine Zukunftsvision. Mobile internetfähige Endgeräte ergänzen aber immer mehr die konventionelle Arbeit an einem festen Rechner.

Weitere zentrale Ergebnisse der IKT-Umfrage 2015 auf einen Blick:

  • Cloud Computing wird äußerst heterogen über diverse Branchen hinweg eingesetzt und von insgesamt 20 Prozent der Unternehmen genutzt
  • Datensicherheit ist für insgesamt 78 Prozent der Unternehmen bei der Nutzung von Cloud Computing ein Risikofaktor
  • Schnelles Internet nutzen insgesamt 25 Prozent der Unternehmen mit einem Anschluss von mindestens 50 Mbit pro Sekunde
  • Mobile internetfähige Endgeräte ergänzen immer mehr die konventionelle Arbeit an einem festen Rechner
  • Homeoffice bieten zwar insgesamt 46 Prozent der Unternehmen an, wird aber nur von insgesamt acht Prozent der Beschäftigten genutzt
  • Erreichbarkeit außerhalb regulärer Arbeitszeiten erwarten mehr als die Hälfte der Unternehmen zumindest von einem Teil ihrer Beschäftigten
  • Big Data–Analyse, die Auswertung großer Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen in Echtzeit, wird von insgesamt 18 Prozent der Unternehmen eingesetzt, vor allem im Finanzsektor und in großen Unternehmen
  • Social-Media-Anwendungen wie Online-Netzwerke, Kurznachrichtendienste oder Blogs nutzen insgesamt 44 Prozent der Unternehmen

Für die IKT-Umfrage 2015 des ZEW wurden Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe sowie aus ausgewählten Dienstleistungssektoren befragt. Die Ergebnisse der Erhebung sind geschichtet hochgerechnet auf die Grundgesamtheit aller Unternehmen bzw. Beschäftigten der betrachteten Branchen mit mindestens fünf Beschäftigten in Deutschland.

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