Mit seiner neuen Open-Access-Strategie setzt sich das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, für mehr Transparenz und Offenheit in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung ein. Open Access steht für den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur im Internet. Mit seiner Strategie folgt das ZEW nationalen und internationalen Bestrebungen, insbesondere auch den Open-Access-Leitlinien der Leibniz-Gemeinschaft, deren Ziel es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse ohne technische, rechtliche oder finanzielle Barrieren zur Verfügung zu stellen.

Open Access steht für den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und Forschungsergebnissen.
Open Access steht für den freien Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und Forschungsergebnissen.

Anlässlich der internationalen „Open Access Week“ setzen sich in dieser Woche zahlreiche Einrichtungen mit dem Thema auseinander und informieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Beispiel über rechtliche Fragen, nationale Strategien oder europäische Vorgaben.

In Deutschland wird derzeit durch das DEAL-Projekt der Transformationsprozess hin zu Open Access vorangetrieben. Im Zuge des DEAL-Projekts verhandeln wissenschaftliche Einrichtungen, vertreten durch die Hochschulrektorenkonferenz, bundesweite Lizenzverträge für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften großer Wissenschaftsverlage. „Eines der zentralen Verhandlungsziele ist es, dass alle Publikationen deutscher Autorinnen und Autoren zeitnah Open Access erscheinen“, erklärt Elena Di Rosa, die das Informations- und Wissensmanagement am ZEW koordiniert.

Um die Verhandlungen zu unterstützen hat das ZEW bereits im Juli dieses Jahres die Abonnements beim Verlag Elsevier gekündigt. „Mit dem DEAL-Projekt wird der sogenannte ‚Goldene Weg‘ des Open-Access-Publizierens vorangetrieben, der die direkte Publikation eines Artikels in einem Open Access-Journal vorsieht“, so Di Rosa.

Bessere Nachnutzungsmöglichkeiten, höhere Reichweite

In der neuen Open-Access-Strategie des ZEW wird neben dem Goldenen Weg gleichzeitig auch der „Grüne Weg“ des Open-Access-Publizierens eingefordert. Seit 2014 haben wissenschaftliche Autorinnen und Autoren in Deutschland das Recht, die zitierfähige Postprint-Version ihrer Werke nach einem Jahr online zu veröffentlichen. Die neue Open-Access-Strategie des ZEW dient vor allem auch dazu, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts von diesem Recht auch Gebrauch machen können. Ganz praktisch werden Sie dabei vom ZEW-eigenen Informations- und Wissensmanagement unterstützt. Neben den Discussion Papers, die bereits seit Gründung des Instituts kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, wird ein einfacher Workflow etabliert, um auch die Postprint-Versionen veröffentlichen zu können. ZEW-eigene Publikationen werden, sofern rechtlich möglich, unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht werden, um die Nachnutzungsmöglichkeiten zu verbessern und die Verbreitung zu erhöhen.

Als Open-Access-Beauftragter am ZEW wurde Dr. Holger Stichnoth, kommissarischer Leiter der ZEW-Forschungsgruppe „Internationale Verteilungsanalysen“, berufen. „Im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich werden die Preprint-Versionen als Discussion Paper kostenfrei veröffentlicht. Darüber hinaus ist Open Access kaum bekannt. Die Diskussion darüber muss geführt werden, um Vorbehalte abzubauen und die Gründe für Open Access aufzuzeigen“, sagt Stichnoth.

Für Rückfragen zum Inhalt

Elena Di Rosa, Telefon 0621/1235-137, E-Mail elena.dirosa@zew.de

Dr. Holger Stichnoth, Telefon 0621/1235-362, E-Mail holger.stichnoth@zew.de

Datum

27.10.2017

Kategorie
  • Termine und Nachrichten

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