Tablet-Computer finden in der Informationswirtschaft rasche Verbreitung. Bereits 25 Prozent der Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig statten ihre Mitarbeiter mit Tablet-Computern aus. Bis Ende des Jahres 2012 wird dieser Anteil voraussichtlich um weitere zwölf Prozentpunkte steigen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage bei den Unternehmen der Informationswirtschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim im September 2011 in Zusammenarbeit mit Creditreform, Neuss, durchgeführt hat.

Zur Informationswirtschaft zählen die IKT-Branche mit ihren Teilbranchen IKT-Hardware und IKT-Dienstleistungen, die Medienbranche sowie wissensintensive Dienstleister (Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Public Relations und Unternehmensberatung, Architektur- und Ingenieurbüros sowie technische, chemische und physikalische Untersuchung, Forschung und Entwicklung, Werbung und Marktforschung, sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten).

"Spitzenreiter in der Informationswirtschaft sind bei der Nutzung von Tablets die Unternehmen der Medienbranche mit einer voraussichtlichen Nutzungsrate von 59 Prozent im Jahr 2012, vor den IKT-Dienstleistern, bei denen sichder Anteil der Unternehmen mit Tablet-Computern von 31 Prozent in diesem Jahr auf 45 Prozent im nächsten erhöhen wird", erklärt Irene Bertschek, Forschungsgruppenleiterin am ZEW.

Als mobiles Endgerät erlaubt ein Tablet-Computer den Zugriff auf E-Mails und Daten überall dort, wo ein möglichst leistungsfähiger Internetzugang vorhanden ist. Mobile Internetzugänge über Tablets, Laptops oder Mobiltelefone machen die Mitarbeiter von Unternehmen mobiler. Am weitesten verbreitet sind mobile Internetzugänge bei den IKT-Dienstleistern. Dort verfügen momentan fast 35 Prozent der Mitarbeiter über einen solchen Zugang. Für 2012 wird in dieser Branche ein Wert von fast 44 Prozent erwartet. In der IKT-Hardwarebranche ist die Verbreitung mit etwa 17 Prozent am geringsten. Eine wesentliche Steigerung ist hier auch für das Jahr 2012 nicht zu erwarten. Die Unternehmen der Medienbranche rechnen für das kommende Jahr damit, etwa 38 Prozent ihrer Mitarbeiter mit einem mobilen Internetzugang auszustatten, das sind zehn Prozent mehr als in diesem Jahr. Bei den wissensintensiven Dienstleistern dagegen wird eine Steigerung um lediglich zwei Prozentpunkte auf 33 Prozent der Mitarbeiter erwartet.

Noch hat der Tablet-Computer das Smartphone nicht überholt. Es ist Vorreiter bei den mobilen, internetfähigen Endgeräten. Insgesamt geben mehr als 60 Prozent der Unternehmen an, ihren Mitarbeitern Smartphones zur Verfügung zu stellen. An zweiter Stelle stehen mit 48 Prozent UMTS-Karten, gefolgt von internetfähigen Handys mit knapp 44 Prozent. Im Branchenvergleich kommen mobile Endgerate am häufigsten bei den IKT-Dienstleistern zum Einsatz, und zwar internetfähige Handys in 50 Prozent, Smartphones in 78 Prozent und UMTS-Karten in 68 Prozent der Unternehmen.

Die rasche Verbreitung der mobilen Internettechnologie unterstützt die weitere Dezentralisierung von Geschäftsprozessen und Arbeitsplätzen, die schon durch die Einführung des Personalcomputers eingeläutet wurde. Mehr Flexibilität, Zugriff auf Informationen überall, Erreichbarkeit jederzeit, das sind die Vorteile – aber auch die Nachteile – die diese Kommunikationsmedien bieten. Die spannende Frage ist, ob und wann mobile internetfähige Geräte die klassischen Standcomputer endgültig ablösen werden.

Für Rückfragen zum Inhalt

Miruna Sarbu, Telefon 0621/1235-334, E-Mail sarbu@zew.de

 

Die Konjunkturumfrage von ZEW/Creditreform

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt gemeinsam mit Creditreform vierteljährlich rund 8.000 Unternehmen mit mindestens 5 Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware, (2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung, (6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT-Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister.

Anmerkung zur Hochrechnung

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer entweder auf die Anzahl aller Unternehmen oder die Anzahl der Beschäftigten der betrachteten Branchen hoch.

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