Die Unternehmen der Informationswirtschaft in Deutschland bewerten die konjunkturelle Stimmung im dritten Quartal 2017 überwiegend positiv. Dies signalisiert der ZEW-Stimmungsindikator Informationswirtschaft, der sowohl die wirtschaftliche Lage als auch die Geschäftserwartungen abbildet. Im Vergleich zum Vorquartal steigt der Stimmungsindikator nochmals um 0,6 Punkte auf einen Stand von jetzt 68,3 Punkten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage bei Unternehmen der Informationswirtschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, im September 2017 durchgeführt hat.

Der ZEW Stimmungsindikator für die Informationswirtschaft in Deutschland steht im dritten Quartal 2017 bei 68,3 Punkten.
Der ZEW Stimmungsindikator für die Informationswirtschaft in Deutschland steht im dritten Quartal 2017 bei 68,3 Punkten.

Der Anstieg des Stimmungsindikators resultiert aus der positiven Entwicklung der Geschäftserwartungen der Unternehmen für das vierte Quartal 2017. Im Vergleich zum Vorquartal legt der entsprechende Teilindikator für die Geschäftserwartungen um 2,5 Punkte zu und steigt auf einen Wert von 71,8 Punkten. Wie das deutliche Übersteigen der kritischen 50-Punkte-Marke signalisiert, rechnet die Mehrheit der Unternehmen mit einem höheren Umsatz und einer stärkeren Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen im vierten Quartal 2017. Ebenfalls deutlich oberhalb der 50-Punkte-Grenze schließt der Teilindikator für die Geschäftslage im dritten Quartal 2017 ab. Trotz eines leichten Rückgangs um 1,3 Punkte erreicht der Teilindikator für die Geschäftslage einen Wert von 64,9 Punkten.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister zusammen. Die Unternehmen der IKT-Branche beurteilen die konjunkturelle Stimmung nach wie vor äußerst positiv. Ausgehend von einem bereits hohen Stand, steigt der Stimmungsindikator der Branche weiter. Er legt noch etwa einen Punkt zu und erreicht im dritten Quartal 2017 einen Stand von 73,3 Punkten. Die beiden Teilindikatoren für Lage und Erwartungen in der Branche haben sich derweil allerdings gegensätzlich entwickelt. Während sich die Geschäftserwartungen verbessert haben, ist der Teilindikator für die Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal um 2,9 Punkte gesunken. Der Wert des Teilindikators für die Geschäftslage signalisiert mit einem Stand von 67,1 Punkten aber weiterhin, dass bei der Mehrzahl der Unternehmen die Geschäfte im dritten Quartal 2017 gut gelaufen sind. Im Saldo konnten 32,1 Prozent der Unternehmen Umsatzsteigerungen erzielen. Ähnlich positiv hat sich die Nachfrage nach eigenen Produkten und Dienstleistungen entwickelt. Neben der Geschäftslage beurteilen die Unternehmen aber vor allem die Geschäftserwartungen für das vierte Quartal 2017 sehr positiv und der entsprechende Teilindikator steigt auf den hohen Wert von 80,1 Punkten.

Stabiles Geschäftsklima bei Medien- und wissensintensiven Dienstleistern

Im dritten Quartal 2017 herrscht bei den Mediendienstleistern ein überwiegend gutes Geschäftsklima. Der dazugehörige Stimmungsindikator verliert zwar 2,2 Punkte, liegt mit einem Stand von 55,8 Punkten aber weiterhin oberhalb der kritischen 50-Punkte-Marke. Der Teilindikator für die Geschäftslage überschreitet diese wichtige Marke allerdings nur knapp nach einem Rückgang um 2,1 Punkte und einem aktuellen Stand von 50,1 Punkten. Deutlich besser fällt bei den Mediendienstleistern der Blick in die Zukunft aus. Denn trotz eines Rückgangs um 2,3 Punkte erreicht der Teilindikator für die Geschäftserwartungen einen Stand von 62,2 Punkten. Im Saldo rechnen 21,9 Prozent der Unternehmen mit einer höheren Nachfrage und sogar 27 Prozent mit einem höheren Umsatz im vierten Quartal 2017.

Das konjunkturelle Klima bei den wissensintensiven Dienstleistern ist auch im dritten Quartal 2017 sehr gut. Bereits in den vergangenen zwei Quartalen erreichte der Stimmungsindikator bei den wissensintensiven Dienstleistern Höchstwerte. Nun ist der Stimmungsindikator noch einmal um 1,1 Punkte auf ein Langzeithoch von 67,3 Punkten gestiegen. Im Vergleich zum Vorquartal haben sich sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen positiv entwickelt. Der Teilindikator für die Geschäftslage steigt auf einen Stand von 66,5 Punkten und der Teilindikator für die Geschäftserwartungen erreicht einen Stand von 68,1 Punkten.

Für Rückfragen zum Inhalt

Dr. Daniel Erdsiek, Telefon 0621/1235-356, E-Mail erdsiek@zew.de

 

Der ZEW-Stimmungsindikator Informationswirtschaft

Der ZEW-Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW Stimmungsindikators Informationswirtschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt vierteljährlich mehr als 5.000 Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware, (2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung, (6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT-Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein Überblick über die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft ist im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

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