Einschätzungen über Energiepreise, Marktanteile verschiedener Energieträger, Marktstrukturen in einem europäischen Elektrizitätsmarkt etc. sind für die unternehmerischen und politischen Planungen in der Energiewirtschaft von großem Interesse. Letzteres spiegelt sich in der unregelmäßigen Herausgabe von Energieberichten für die BRD im Auftrag des BMWi wider. Während ex post die Entwicklung des (inter-)nationalen Energiemarktes vielfältig dokumentiert wird, klafft eine Lücke bei der regelmäßigen Prognose kurz- und mittelfristiger Entwicklungen auf Basis von Expertenbefragungen (im Gegensatz z. B. zur Prognose der Konjunktur durch die ZEW-Konjunkturerwartungen und den Ifo-Geschäftsklimaindex oder der Entwicklung der Finanzmärkte durch den ZEW-Finanzmarkttest). Kurz- und mittelfristige Prognosen über Energiepreise, strukturelle Entwicklungen etc. werden bislang vor allem von Mineralölkonzernen ermittelt, welche allerdings nur intern, nicht aber der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Darüber hinaus basieren solche Prognosen auf ökonometrischen Modellen und nicht auf praxisnahen Experten-Befragungen. Der Forschungsschwerpunkt Energie des Bereichs URU möchte diese Lücke mit der Etablierung des ZEW-Energiemarktbarometers schließen und die wertvolle Einschätzung der Experten einer breiten Öffentlichkeit - in Form eines Energiebranchenreports - zur Verfügung stellen.