Am 26. und 27. Juni 2001 veranstaltete das ZEW einen internationalen Workshop zum Thema „Empirical Modeling of the Economy and the Environment“. Anlass war das zehnjährige Bestehen des ZEW sowie der 60. Geburtstag von Klaus Conrad (Universität Mannheim). Der Workshop verfolgte das Ziel, verschiedene Ansätze der umweltökonomischen Modellbildung darzustellen, den Stand der empirischen Umweltforschung aufzuzeigen und führenden Ökonomen ein Forum für die wissenschaftliche Diskussion auf dem Gebiet der empirischen Umweltökonomik zu bieten. Der Workshop wurde von rund 40 Teilnehmern aus Deutschland, Europa und den USA besucht. Nach einer Einführung von Christoph Böhringer, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement“, würdigte Wolfgang Franz, Präsident des ZEW, das wissenschaftliche Werk von Klaus Conrad, der seit langem Forschungsprofessor am ZEW ist und maßgeblich am Aufbau des ZEW-Forschungsbereichs „Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement“ beteiligt war. Die danach im Verlauf des Workshops vorgestellten 15 Papiere befassten sich mit mikro- und makroökonomischen Aspekten der Umweltökonomie. Neben empirischen Arbeiten - sowohl aus dem Gebiet der Ökonometrie als auch der angewandten allgemeinen Gleichgewichtsmodellierung - wurden auch rein theoretische Papiere vorgestellt.

Einen Schwerpunkt des Workshops bildeten Arbeiten zur Interaktion von Umwelt, Wachstum und internationalem Handel. Thomas Osang (Southern Methodist University) beschäftigte sich mit Methoden zur Produktivitätsmessung bei umweltökonomischer Regulierung. Aufbauend auf ein theoretisches Modell von Conrad und Morrison konnte er auf Basis von US-Daten zeigen, dass Branchen mit strikterer umweltökonomischer Regulierung ein niedrigeres Produktivitätswachstum aufweisen. Auch Franz Wirl (Universität Wien) analysierte die Auswirkungen umweltpolitischer Maßnahmen auf das Produktivitätswachstum. Er zeigte, wie die eher geringen Effekte, die man in angewandten allgemeinen Gleichgewichtsmodellen beobachtet mit ökonometrischen Untersuchungen (z.B. Conrad und Wastl) in Einklang gebracht werden können, die regelmäßig einen signifikant negativen Einfluss umweltpolitischer Regulierung auf das Produktivitätswachstum finden. Cees Withagen (Universität Tilburg) untersuchte in einer Meta-Analyse den Einfluss umweltpolitischer Maßnahmen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die statistische Auswertung der Literatur erlaubte es ihm, mögliche Ursachen für divergierende Ergebnisse zu benennen, etwa die Art der Messung der Regulierungsintensität.