Ziel dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung beauftragten Projektes war es, den Stand und die aktuelle Entwicklung des Wissens- und Technologietransfers (WTT) zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland empirisch zu analysieren, um daraus Ansatzpunkte für seine Verbesserung ableiten zu können. Im Zentrum der Untersuchung stand die Praxis des WTT an den unterschiedlichen Einrichtungen der öffentlichen Forschung (Universitäten, Fachhochschulen, Helmholtz-Zentren, Fraunhofer-Instituten, Max-Planck-Instituten, Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft), der WTT aus Sicht des Unternehmenssektors, insbesondere von kleinen und mittelgroßen Unternehmen (kmU) sowie die Bedeutung von Intermediären (Transfereinrichtungen, Technologiezentren, öffentlich finanzierte Beratungsstellen) im WTT. Die Untersuchung geht von einem breiten Verständnis des WTT aus, das den WTT als gegenseitigen Austauschprozess sieht, der über eine Vielzahl von Transferkanälen stattfinden kann. Hierzu zählt die direkte Zusammenarbeit in FuE ebenso wie Auftragsforschung, informelle Treffen, Personalmobilität, Lizenzvergabe oder Wissenstransfer über Publikationen. Empirische Basis der Untersuchung bildeten (a) qualitative Interviews mit Vertretern öffentlicher Forschungseinrichtungen, kmU und Intermediären, (b) eine standardisierte, schriftliche Befragung von öffentlichen Forschungseinrichtungen sowie die Auswertung von vorliegenden Daten zur Beteiligung von Unternehmen am WTT (FuE-Daten des Stifterverbandes, Daten aus den Mannheimer Innovationspanels zur Kooperation zwischen Unternehmen und Wissenschaft in Innovationsprozessen). Die wichtigsten Projektergebnisse sind - in aller Kürze zusammengefasst: - dass der WTT in Deutschland ein hohes Niveau erreicht hat, - dass alle Einrichtungen der öffentlichen Forschung den WTT als eine ihrer Aufgaben wahrnehmen, - dass beträchtliche Unterschiede zwischen verschiedenen Einrichtungen im Ausmaß der WTT-Aktivitäten vorliegen, wobei insbesondere bei den Helmholtz-Zentren noch ungenutzte Potenziale liegen dürften, - dass auf Seiten der öffentlichen Forschung einige Erfolgsfaktoren für den Transfer identifiziert werden können, die als "good practice" für die Organisation des WTT dienen können, - dass bei kmU die Innovationskompetenz der entscheidende Faktor für den Einstieg in den WTT ist, die vor allem durch die Förderung von Prozesskompetenz und einer Innovationskultur entwickelt werden kann, - dass die Effektivität von vielen Intermediären angesichts ihrer großen Zahl und Heterogenität sowie des Umstandes, dass effizienter WTT den direkten Kontakt zwischen den Forschern in Wissenschaft und Unternehmen erfordert, in Frage steht und eine Fokussierung auf Funktionen des Promotors und Supporters angeraten erscheint, - dass nicht außer acht gelassen werden darf, dass WTT-Aktivitäten an öffentlichen Einrichtungen mit anderen wichtigen Aufgaben (Grundlagenforschung, Lehre) angesichts knapper Ressourcen ausbalanciert werden müssen.

Ausgewählte Publikationen

Beiträge in referierten Fachzeitschriften

Monographien, Beiträge in Sammelbänden

Spielkamp, Alfred, Dirk Czarnitzki und Christian Rammer (2002), Ideenmotor Hochschule? Wege des Wissenstransfers und die Bedeutung von Spin-offs, in: R.G. Heinze und F. Schulte (Hrsg.) Unternehmensgründungen zwischen Inszenierung, Anspruch und Realität, Westdeutscher Verlag, Wiesbaden, 79-100.

Bierhals, R., Dirk Czarnitzki, J. Edler, Georg Licht, Christian Rammer, M. Reinhard, H. Rottmann, H. Schmalholz, U. Schmoch und Alfred Spielkamp (2000), Wissens- und Technologietransfer in Deutschland, in: Schmoch, U., G. Licht und M. Reinhard (Hrsg.), Fraunhofer IRB Verlag .