In Deutschland ist eine insgesamt moderate Entwicklung der Arbeitskosten festzustellen, die sich in einer stark rückläufigen (bereinigten) Lohnquote bzw. einer Verschiebung in der funktionalen Einkommensverteilung zu Ungunsten der Arbeitnehmerentgelte äußert. Hierzu haben verschiedene Faktoren beigetragen, insbesondere ein hohes Maß an Lohnzurückhaltung, aber auch eine Veränderung der Beschäftigungsstruktur und Arbeitslosigkeit. Die in der Tendenz rückläufige Lohnquote – und der im Gegenzug starke Anstieg der Unternehmens- und Vermögenseinkommen – haben die Frage aufkommen lassen, ob der Faktor Arbeit angemessen am wirtschaftlichen Erfolg partizipiert. Ziel des Projekts ist es, Ursachen der Verschiebung in der funktionalen Einkommensverteilung eingehend zu analysieren. Dabei soll insbesondere die Rolle der Lohnmoderation, der Globalisierung, der Demografie, der Beschäftigungsstruktur sowie der gewerkschaftlichen Durchsetzungskraft und weiterer institutioneller Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt beleuchtet werden. Es wird darüber hinaus untersucht, inwieweit Arbeitnehmer an Unternehmens- und Vermögenseinkommen partizipieren.