Das im Jahre 2009 inkraftgetretene Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), im Zuge dessen das Maßgeblichkeitsprinzip eingeschränkt und dadurch die enge Verknüpfung zwischen Handels- und Steuerbilanz aufgeweicht wurde, stellte einen wesentlichen Paradigmenwechsel in der steuerlichen Gewinnermittlung in Deutschland dar. Diese Reform wird überwiegend als Quasi-Übergang von einem Ein-Buch zu einem eher Zwei-Buch-orientierten Bilanzierungssystem angesehen. Im internationalen Kontext (insbesondere in den USA) wird zudem bereits seit längerem intensiv diskutiert, welches Bilanzierungssystem geeigneter für die Zielsetzungen steuerlicher Gewinnermittlung ist. Der Systemübergang im Zuge des BilMoG stellt insofern einen idealen und einzigartigen Forschungsrahmen dar, um Beiträge zu dieser Diskussion leisten zu können. Aufbauend auf bisherigen Untersuchungen[1] im Bereich Tax Accounting am ZEW in Kooperation mit der Universität Mannheim (Lehrstuhl Prof. Spengel) ist es Ziel der Arbeiten im Rahmen des MaTAX, die Charakteristika der beiden Bilanzierungssysteme noch genauer empirisch zu untersuchen sowie normative Aussagen über eine optimale Ausgestaltung der steuerlichen Gewinnermittlung abzuleiten. Ausgangspunkt dafür soll ein von Ernst&Young zur Verfügung gestellter umfassender Datensatz,  bestehend aus handelsrechtlichen und tatsächlichen steuerrechtlichen Informationen von rund 150 Unternehmen für die Wirtschaftsjahre 2008-2012, sein. Ein derartiger Datensatz ist für die Tax Accounting-Forschung einzigartig, da erstmals steuerliche, nicht öffentlich verfügbare, Informationen für Zeiträume vor und nach Inkrafttreten des BilMoG verwendet werden können. Mit dieser Datenbasis ist es möglich, Beiträge zu zahlreichen Forschungsfragen im Bereich Tax Accounting[2] zu leisten, insbesondere zu der Frage, wie sich das Bilanzierungsverhalten deutscher Unternehmen, z.B. in Hinblick auf earnings management bzw. tax sheltering, durch das BilMoG verändert hat. [1] Zinn (2012), Spengel/Zinn (2012), Matenaer (2013), Spengel et al. (2012a), Spengel et al. (2012b) [2] U.a.: Ist ein Ein-Buch oder Zwei-Buch-System sinvoller? Können steuerliche Größen aus handelsrechtlichen Informationen abgeleitet werden? Was sind Triebkräfte und Stellschrauben von Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz?