Erklärtes Ziel der deutschen Politik ist es, die Ausgaben für Bildung und Forschung auf einen Anteil von 10 Prozent des BIP zu erhöhen. Aus Sicht einer rationalen Finanzpolitik ist es ein weiteres Ziel, öffentliche Bildungsinvestitionen effizient einzusetzen. In der Allokationsentscheidung knapper Haushaltsmittel ist daher zum einen zu beurteilen, in welcher Phase des Lebenszyklus staatliche Anreize die stärksten Bildungswirkungen erzielen, und zum anderen, wann und welchen Instrumenten der steuerlichen Förderung oder der Direktförderung der Vorzug zu geben ist. Das Forschungsvorhaben zielt darauf ab, Strategien zur Erreichung dieser finanz- und bildungspolitischen Ziele zu entwickeln. Dabei sollen neben eigenen Analysen und einer umfassenden Auswertung der jüngsten bildungsökonomischen Literatur auch die Ergebnisse des Expertenworkshops "Steigerung privater Investitionen in das Bildungswesen" vom 24. März 2009 einfließen, um folgende Fragen zu beleuchten:

  • In welchem Umfang und in welchem Mix werden private und öffentliche Bildungsausgaben im Vergleich ausgewählter Industriestaaten über den Lebenszyklus eingesetzt und welche Instrumente der öffentlichen Förderung werden gewählt?
  • Wie verhält sich die Instrumentenwahl zum Bildungserfolg des Landes?
  • Wie interagieren öffentliche und private Bildungsausgaben, wo kommt es durch den Einsatz von öffentlichen Ressourcen lediglich zur Verdrängung privater Bildungsinvestitionen und unter welchen Bedingungen werden tatsächlich zusätzliche Bildungsinvestitionen getätigt?
  • Wie sollte auf Basis dieser Erkenntnisse der bisherige Ansatz der Bildungsfinanzierung in Deutschland fortentwickelt werden?