Die Neugründung von Unternehmen aus der öffentlichen Forschung hat auch in Österreich in den vergangenen Jahren hohe Aufmerksamkeit erfahren. Sie sollen dazu beitragen, wissenschaftliche Forschungsergebnisse wirtschaftlich zu verwerten und damit den Strukturwandel hin zu einer wissensbasierten Wirtschaft zu unterstützen. Zur Förderung dieser Spinoff-Gründungen hat die österreichische Bundesregierung - u.a. aufbauend auf den Erfahrungen des deutschen EXIST-Programms - ein eigenes Förderprogramm "AplusB" eingeführt.
Um die Wirkungen des Programms einschätzen zu können, sind Informationen über das bisherige Gründungsgeschehen aus Hochschulen und anderen öffentlichen Forschungseinrichtungen notwendig. Das ZEW - in Kooperation mit Joanneum Research Wien Joanneum Research Wien - wurde hierzu vom österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie beauftragt, die Zahl und Struktur der Spinoff-Gründungen in Österreich im Zeitraum 1995 bis 2001 festzustellen. Dabei kommt eine Erhebungsmethode zum Einsatz, dies sich bereits für die Erfassung von Spinoff-Gründungen aus öffentlichen Forschungseinrichtungen in Deutschland bewährt:

  • Es wird eine geschichtete Zufallstichprobe (n=~4.000) aller Unternehmensgründungen in forschungs- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen mittels CATI (computer assisted telephone interview) befragt.
  • Zu jedem befragten Unternehmen wird die Bedeutung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und konkreter Forschungsergebnisse für den Gründungsprozess und die Beziehung der Gründer zu wissenschaftlichen Einrichtungen (Studium, Beschäftigung etc.) erhoben. Aus diesen Informationen können Unternehmensgründungen hinsichtlich ihres Bezugs zur Wissenschaft typisiert werden.

In diesem Projekt wird die Gesamtzahl der Spinoff-Gründungen aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in den untersuchten Wirtschaftszweigen im Zeitraum 1995-2001 in Österreich ermitttelt sowie ausgewählte Strukturmerkmale, die institutionelle und fachliche Herkunft der Gründer, Motive, Hemmnisse und erhaltene Unterstützungen, bestehende Kontakte zur Wissenschaft sowie Erfolgsindikatoren der Gründung erhoben.