In diesem Projekt werden neue theoretische Ansätze zur Anatomie von Hardcore-Kartellen entwickelt und mit einem reichhaltigen Datensatz zum jüngsten Zementkartell in Deutschland kombiniert. Der private Datensatz beinhaltet rund 340,000 Markttransaktionen von 36 Kunden der deutschen Zementhersteller und umfasst einen Großteil der Periode, in der das Kartell aktiv war, sowie einen Zeitraum nach dem Zusammenbruch des Kartells. In diesem Zusammenhang wird in einem ersten Schritt der Einfluss des Kartells auf die Preisstruktur (und nicht lediglich auf die Preishöhe) und somit die Nutzung effizienzerhöhender konsumentenspezifischer Preise untersucht. In einem zweiten Schritt erfolgt dann eine Untersuchung und Quantifizierung der produktiven Ineffizienzen, die durch ein ineffizientes Zusammenbringen von Käufern und Verkäufern durch das Kartell induziert wurden. In einem dritten Schritt ist eine empirische Überprüfung einer bekannten Theorie zur Kartellpreissetzung geplant, die einen engen Zusammenhang zwischen der Existenz eines Kartells und den Preisreaktionen auf Nachfrageänderungen nahelegt