„Europa 2020“ ist die neue Wachstumsstrategie der Europäischen Kommission für das kommende Jahrzehnt. Oberste Priorität hat dabei die Entwicklung von intelligentem und nachhaltigen Wachstum (smart growth). Um dieses Ziel zu erreichen, streben die EU und nationalen Regierungen eine Stärkung von Bildung und Innovation als wesentliche Triebkräfte zukünftigen wirtschaftlichen Wachstums an. Das zentrale Argument, warum die Politik Forschungs- und Entwicklungs(FuE)-Aktivitäten von Unternehmen fördern sollte, liegt im Marktversagen begründet. Marktversagen liegt insbesondere vor, weil sich die forschenden Unternehmen nicht alle Erträge ihrer Forschung aneignen können, sondern sich auch Dritte das Wissen unentgeltlich aneignen können (Spillovereffekte). Die mangelnde Aneignungsfähigkeit und unkontrollierte Diffusion von Wissen führen dazu, dass die sozialen Erträge höher sind als die privaten Erträge aus FuE und aus gesamtwirtschaftlicher Sicht ein suboptimales Niveau an privaten FuE-Tätigkeiten realisiert wird. In Deutschland stellt die direkte Förderung von FuE-Projekten das Hauptinstrument der Politik dar.  
Um die Effizienz der Projektauswahl evaluieren zu können, sollten idealerweise die Innovationsergebnisse der geförderten FuE-Projekte mit denen rein privat finanzierter Projekte verglichen werden. Im Gegensatz zu bisherigen Ansätzen in der Literatur soll in diesem Projekt erstmals ein Datensatz aufgebaut werden, der Auskunft darüber gibt, ob ein Patent jeweils aus einem geförderten Projekt stammt oder nicht. Diese Informationen werden zusammengeführt mit Unternehmensdaten und Daten des geförderten Projekts.
Ziel dieser Studie ist es zu untersuchen, inwieweit in der Wirtschaft und im akademischen Bereich eine effiziente Projektauswahl erfolgt. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden, ob (i) die Wahrscheinlichkeit zu patentieren für geförderte Projekte kleiner ist als Indikator für geringere private Erträge aus diesen Projekten und (ii) ob die sozialen Erträge (z.B. gemessen anhand von Patentzitationen) aus geförderten Projekten höher sind. Darüber hinaus soll untersucht werden, inwieweit die Politikreform von 1998, die zu einer Stärkung der Rechte geistigen Eigentums aus geförderten FuE-Projekten geführt hat, das  Patentverhalten der Unternehmen verändert hat. Ziel dieses Projektes ist es somit, zu einem besseren Verständnis der Politikinstrumente und ihrer Effizienz beizutragen.