Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung
Flexibilisierungspotenziale heterogener regionaler Arbeitsmärkte. Eine Analyse der Folgen räumlicher Mobilität
In einem ersten Schritt
konnten zahlreiche Ergebnisse bezüglich der Bestimmungsgründe individueller
Mobilitätsentscheidungen erzielt werden. Ein Politikansatz zur Nutzung der
Flexibilisierungspotenziale am Arbeitsmarkt sollte jedoch auch die möglichen
negativen Konsequenzen einer räumlich mobileren Gesellschaft nicht ausklammern.
Daher sollen nun in einem zweiten Schritt die Folgen räumlicher Mobilität
sowohl aus einer regionalen als auch einer individuellen Perspektive analysiert
werden. Ziel ist es, die Konsequenzen von Ab- und Zuwanderungsprozessen
einerseits und die Folgen eines insgesamt höheren Mobilitätsniveaus in einer
Gesellschaft andererseits zu bewerten und in einen gemeinsamen Kontext zu
stellen. Im Vordergrund der
Untersuchungen steht einerseits die Abschätzung der regionalökonomischen und
sozialen Konsequenzen bildungs-, alters- und geschlechtsselektiver
Wanderungsprozesse. Zudem möchte das Forschungsvorhaben die Heterogenität
möglicher Folgen auf die Zu- und Abwanderungsregionen in Abhängigkeit von der geographischen
Nähe zu anderen strukturschwachen oder prosperierenden Regionen näher
beleuchten. Ein besseres Verständnis räumlich heterogener Effekte von
Wanderungsprozessen ist notwendig, um flankierende wirtschafts- und
sozialpolitische Maßnahmen zur Abmilderung der Mobilitätsfolgen auf die
spezifischen Bedürfnisse heterogener Regionen abzustimmen.Eine
weitere Säule des Forschungsvorhabens bilden mikroökonometrische Untersuchungen
der individuellen Folgen der Mobilität. Durch ein Mobilitätsereignis ändert
sich zum einen die Lebenssituation des Abwandernden und seiner Familie.
Gleichzeitig verändern selektive Wanderungsprozesse den sozialen
Interaktionsraum. Beides kann nachhaltige Folgen für das individuelle Handeln
und die Wohlfahrt der Bürger haben. Im Projekt stehen daher die Folgen der
Mobilität für sozioökonomische Merkmale wie Beschäftigungsstatus, Einkommen und
die Wohnungssituation genauso im Mittelpunkt wie die Konsequenzen für
demographische Faktoren wie Heirats-, Scheidungs- und Fertilitätsverhalten.
Entsprechend der neueren Literatur wird auch versucht, die sich verändernde
Situation der von Mobilität direkt und indirekt Betroffenen zu evaluieren.
Laufzeit: 01.11.2008 - 31.01.2011