Dieses Projekt analysierte fünf miteinander verflochtene Aspekte des ökonomischen Wachstums:
1. Management und organisatorische Umsetzung:
Dieser Teil hatte die Erklärung und das Verständnis von Management und dessen organisatorischer Umsetzung in europäischen, US-amerikanischen und asiatischen Unternehmen zum Inhalt. Zu diesem Zweck wurde ein umfangreicher Datensatz über Managementpraktiken erstellt, der eine Analyse des Managementbeitrags zu Wachstum und zu Produktivitätsunterschieden ermöglichte.
2. Ökonomisches Wachstum und Auswirkungen auf die Umwelt
Wachstum kann auch Nachteile mit sich bringen. Man sollte daher zwischen Produktivitätswachstum und anderen Dimensionen des menschlichen Wohlbefindens abwägen. Aus diesem Grund wurde im Rahmen des Projekts die Umweltfreundlichkeit von gut geführten Unternehmen, die Abwägung zwischen finanziellem Erfolg und der Umweltfreundlichkeit und die unternehmerischen Anreize zur Umsetzung umweltbezogener Innovationen als Funktion des regulatorischen und unternehmensspezifischen Umfelds untersucht.
3. Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)
IKT-Nutzung erklärt einen entscheidenden Unterschied im Wachstum der Arbeitsproduktivität von EU- und US-amerikanischen Unternehmen. Selbst Tochtergesellschaften amerikanischer, multinationaler Konzerne in Europa scheinen erfolgreicher IKT zu nutzen als europäische oder nicht-amerikanische multinationale Konzerne. Frühere Studien sehen die Gründe hierfür in organisatorischen und regulatorischen Faktoren in Europa. Das Projekt untersuchte Ursachen für die erfolgreichere Umsetzung von IKT durch amerikanische Firmen sowohl in den USA als auch bei europäischen Tochtergesellschaften und stellte den Umfang des Einflusses von Management und organisatorischer Umsetzung fest. Des Weiteren wurde der Einfluss einer alternden Bevölkerung auf die Adaption von IKT in Unternehmen untersucht.
4. Innovation
Häufig wird die Meinung vertreten, dass europäische Institutionen und Unternehmen gut auf die Zeit der Imitation nach dem zweiten Weltkrieg eingestellt waren, als sich Innovationen aus den USA weltweit verbreitet haben. Heute ist Europa allerdings technologisch weit fortgeschritten und benötigt deshalb eigene Innovationen um zu wachsen. Darüber hinaus wird angemerkt, dass in Europa große Unternehmen mit Technologieführerschaft fehlen. Kürzlich vorgenommene Reformen der Wettbewerbspolitik führen dazu, dass Effizienzbetrachtungen ein integraler Bestandteil in der Überwachung von Unternehmenszusammenschlüssen und in der Kontrolle von dominanten Unternehmen geworden sind. Der Zusammenhang zwischen Wettbewerb und Innovation ist allerdings nicht eindeutig. Im Gegensatz zu früheren Länderstudien betrachtete dieses Projekt von einer integrativen internationalen Perspektive aus, ob europäische Unternehmen ihre Managementpraktiken und Strukturen anpassen können, um so innovativer zu werden, wie internationaler Technologietransfer beschleunigt werden kann, ob steuer- oder subventionsbasierte Forschungsförderung kosteneffizienter ist und welcher Zusammenhang zwischen Wettbewerb und Innovationstätigkeit mit besonderer Berücksichtigung von Unternehmensübernahmen besteht.
5. Globalisierung
Die Investitionsentscheidung multinationaler Unternehmen beeinflusst die Produktivitätsentwicklung in ihren Gastländern. Unser Verständnis von Outsourcing und Offshoring ist jedoch beschränkt. Europäische Länder stehen im Wettbewerb um Investitionen einerseits mit anderen europäischen Ländern, jedoch auch mit den USA, Japan und Schwellenländern wie Indien und China. Das Projekt gab Aufschluss über die Besonderheiten vertikaler Disintegration und deren Auswirkung auf die Produktivität europäischer und amerikanischer Unternehmen. Es wurde ebenfalls untersucht, ob Kapitalmobilität und finanzielle Öffnung die Spezialisierung von Ländern auf produktive Industriezweige fördert.

Für weitere Informationen siehe Projektbeschreibung beim CEP.

Ausgewählte Publikationen

Beiträge in referierten Fachzeitschriften

Bertschek, Irene und Jenny Meyer (2009), Do Older Workers Lower IT-enabled Productivity? Firm-Level Evidence from Germany, Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 229/2+3, 327-342.

Discussion Papers und Working Papers

Dobbelaere, Sabien, Roland Iwan Luttens und Bettina Peters (2009), Starting an R&D Project under Uncertainty, DRUID Working Paper No. 08-09, Kopenhagen. Download

Aschhoff, Birgit (2008), Who Gets the Money? The Dynamics of R&D Project Subsidies in Germany, ZEW Discussion Paper No. 08-018, Mannheim, LLL:citation.label.journal: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik. Download

Gutachten

Kretschmer, Tobias (2009), Explaining Productivity and Growth in Europe, America and Asia, Anglo-German Foundation for the Study of Industrial Society, München. Download