Das Projekt hat zum Ziel, die Komplementarität von Investitionen in Patent- und Markenrechte für den Unternehmenserfolg auf Basis eines umfangreichen Datensatzes von europäischen Unternehmen zu untersuchen. Patente und Marken sind beide formale Schutzmaßnahmen, um die Erträge von Investitionen in Innovationen zu sichern. Während Patente insbesondere Investitionen in neues technisches Wissen, d.h. die Ergebnisse von FuE-Aktivitäten, schützen sollen, zielen Marken auf die Sicherung von Erträgen aus Investitionen in die Vermarktung von Produkten und den Aufbau von Markenwerten ab. Angesichts knapper Ressourcen müssen sich Unternehmen entscheiden, in welchem Ausmaß sie in FuE und Marketing investieren und damit ein Patent- und Markenportfolio aufbauen. Die zentrale Forschungsfrage des Projekts lautet, ob gleichzeitige Investitionen in Patente und Marken zu einem höheren Unternehmenserfolg führen als eine Strategie, die auf Investitionen in nur eine der beiden Schutzmaßnahmen fokussiert.
Die empirische Untersuchung nutzt einen Paneldatensatz von rund 1.000 europäischen Unternehmen, der den Zeitraum von Mitte der 1990er Jahre bis 2012 umfasst und aus dem R&D Scoreboard der EU-Kommission bzw. eines Vorgängerdatensatzes des früheren UK Department of Trade and Industry gewonnen wurde. Die Unternehmensdaten werden mit Daten zu Patentanmeldungen und Patenterteilungen am Europäischen Patentamt (EPA) und zu Markenanmeldungen am Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) verknüpft, um so den Bestand an Patenten und Marken eines Unternehmens messen zu können. Mit Hilfe von Panelregressionen wird der Einfluss des Patentstocks und des Markenstocks sowie weiterer materieller und immaterieller Vermögenswerte auf die Unternehmensperformance untersucht, wobei verschiedene Performance-Maße (Gewinne, totale Faktorproduktivität) herangezogen werden. Die Projektergebnisse sollen dazu beitragen, die Rolle von Marken als eine spezifische Form der Investitionen in immaterielles Kapitel besser zu verstehen.