Die Auseinandersetzungen über die Zuständigkeiten der EU sind mit der Finanz- und Wirtschaftskrise neu und heftiger denn je entfacht. Während von einigen EU-Befürwortern die Kompetenzen und Einflussbereiche der EU als gering eingeschätzt werden, vertreten EU-Kritiker die Ansicht, dass die Europäischen Institutionen gegenwärtig bereits über einen zu großen Einflussbereich verfügen. Das Forschungsprojekt hat das Ziel diese Diskussion zu versachlichen. Ausgangspunkt der Untersuchung bildet die im Vertrag von Lissabon festgelegte Kompetenzverteilung zwischen der Union und deren Mitgliedstaaten. Mit Hilfe empirischer Methoden soll ermittelt werden, welche Kompetenzen unter Effizienz- und Effektivitätsgesichtspunkten bei der EU verbleiben bzw. neu auf die EU zu übertragen wären und welche bei den Mitgliedstaaten verbleiben bzw. von der EU auf die Mitgliedstaaten zurückverlagert werden sollten. Diese Effizienz- und Effektivitätsprüfungen werden im Lichte und unter Einbeziehung der veränderten Rahmenbedingungen, wie z.B. fortschreitender Integration im Bereich der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) oder neuen transnationalen/globalen Herausforderungen, durchgeführt.