Die im Februar 1996 eingeleitete Liberalisierung der europäischen Elektrizitäts- und Gasmärkte führtzu tiefgreifenden und nachhaltigen Veränderungen der Energiewirtschaft. Der sich entwickelndeWettbewerb stellt die Unternehmen vor neue Herausforderungen und bietet ihnen neue Chancen. Sostehen die ehemalig monopolistischen Versorgungsunternehmen plötzlich in nationaler undinternationaler Konkurrenz, was eine ständige Verbesserung ihrer Produktions-, Bezugs- Vertriebs-und Marketingaktivitäten erfordert. Die Einrichtung neuer Beschaffungs- und Vertriebswege, dieteilweise aggressiven Marketing- und Preisstrategien sowie die Umstrukturierung der Unternehmensind damit Bestandteil der Marktbearbeitungspolitik. Hier versuchen sich die Unternehmen imeinsetzenden europaweiten Verdrängungs- und Preiswettbewerb derzeit durch günstige Strompreiseund Stromtarife am Markt zu positionieren.Es mehren sich aber auch die Stimmen, die bei Anerkennung der positiven Wirkungen derStrompreissenkungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland die Befürchtung äußern, dass dieumwelt- und klimapolitischen Ziele durch die Liberalisierung gefährdet sein könnten: Zum einen, weilim Preiswettbewerb die Belastung der Umwelt kein relevanter Faktor ist, und zum anderen, weil imWettbewerb vermeintlich umweltfreundliche Technologien, wie z. B. die erneuerbaren Energien oderdie Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), aus dem Markt gedrängt werden können. Auch ist zu fragen,ob nicht ein erheblicher Importdruck auf den deutschen Markt entsteht.

Vor diesem energiepolitischen Hintergrund sollen im Modellexperiment III des Forums fürEnergiemodelle und energiewirtschaftliche Systemanalysen (FEES) bestehende Modellansätze genutztwerden, um im Rahmen einer harmonisierten Fallstudie die Rolle von Umwelt- und Klimaschutz inliberalisierten Energiemärkten zu untersuchen.