Vom globalen Wettbewerb sind längst nicht mehr nur große, sondern zunehmend auch kleinere Produzenten und Dienstleister betroffen. Die damit vollzogenen Veränderungen der Produktions-, Organisations- und Entscheidungsstrukturen fordern das Management und die Mitarbeiter kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in besonderer Weise heraus. Sie erfordern zunehmend die Ergänzung der laufenden Geschäftsaktivitäten durch eine langfristig wirksame Investition in Know-how. Die Voraussetzung dafür, dass Beschäftigte heute selbstständig planen, komplexe und vernetzte Systeme verstehen sowie qualitäts-, kostenbewusst und kundenorientiert handeln können, ist die berufliche Fort- und Weiterbildung. KMU sind aber zusätzlich mit dem Problem konfrontiert, dass Bildungsarbeit zwar die individuelle Fähigkeiten fördert, dem Mitarbeiter gleichzeitig aber auch einen Anspruch auf höhere Bezahlung einräumt. Die erlangten Kompetenzvorteile fließen daher nicht selten an andere Unternehmen, die im Wettbewerb um qualifiziertes Personal mehr Mittel einsetzen können oder attraktivere Angebote machen. Das Projekt ist Teil einer Gesamtstudie der OECD, in der das Angebot an und die Nachfrage nach Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für das gehobene Management in KMU im internationalen Vergleich untersucht wird. Die deutsche und die finnische Studie wurden am ZEW durchgeführt. Sie befassen sich mit den Märkten sowie der jeweiligen Inanspruchnahme von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen durch KMU. Zu diesem Zweck werden in einer Bestandsaufnahme die geschätzten Aufwendungen von Staat und Unternehmen, die Anzahl der Anbieter und Teilnehmer, das Kursangebot etc. tabelliert. Im Weiteren werden aus der Sicht der an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmenden Manager in KMU ihr Bedarf sowie Erfolge und Schwierigkeiten diskutiert. Das Projekt geht den Fragen nach, in welcher Form Institutionen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen anbieten, in welchem Umfang KMU Bildungsträger beanspruchen und welche nationalen Evaluationen und Statistiken zum Thema existieren. Ziel ist dabei, "best practice" im internationalen Vergleich zu ermitteln.

Projektzeitraum

01.03.1999 - 31.12.2001

Kontakt
Projektteam

Dr. Georg Licht (Leitung)
Dr. Andreas Fier, MA

Kooperationspartner

Merja Salmi, Anna-Maria Hotari, University of Helsinki Vantaa Institute for Continuing Education ICT Learning Centre, Helsinki, FI