Zahlreiche Studien haben in der Vergangenheit gezeigt, dass Innovationen der zentrale Motor für Produktivität und Wachstum sind. Gleichzeitig ist in der längerfristigen Betrachtung in vielen Ländern weltweit in den vergangenen beiden Dekaden eine Verlangsamung des Produktivitätswachstums zu beobachten. Angesichts der zentralen Bedeutung von Innovationen könnte dies auf sich ausschöpfende technologische Potenziale hindeuten, die zum einen für die Unternehmen nur mit höherem Aufwand zu realisieren sind und zum anderen auch mit geringeren Produktivitätszuwächsen einhergehen (Bloom et al. 2017). Beides führt dazu, dass die langfristigen Gewinne aus Innovationen fallen und sich Unternehmen aus Innovationsaktivitäten zurückziehen (Peters et al. 2017). Ergebnisse auf Basis des Mannheimer Innovationspanels (MIP) für Deutschland unterstreichen einen langfristigen Rückgang der Innovatorenquote. Demgegenüber steht die Hypothese, dass der Productivity Slowdown eher eine vorübergehende Beobachtung ist. Insbesondere digitale Technologien und ihre Anwendungen in der Produktion stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung, werden aber zukünftig weitreichende Entwicklungssprünge und damit einhergehende Produktivitätsfortschritte ermöglichen (Brynjolfsson und McAfee 2014). Neben diesen beiden zentralen Hypothesen gibt es weitere Erklärungsansätze, die den Productivity Slowdown unter anderem auf folgende Gründe zurückführen: eine geringere oder verzögerte Diffusion von Innovationen in der Volkswirtschaft, den Strukturwandel (Nachfrage verschiebt sich mit zunehmendem Einkommen zu anderen Sektoren wie dem Dienstleistungssektor, Produktivitätssteigerungen und internationale Arbeitsteilung verändern sektorale Struktur von Volkswirtschaften), fehlende Qualifikation der Beschäftigten zur Ausnutzung technologischer Potenziale vor allem im Bereich der digitalen Technologien, Ineffizienzen in Arbeitsprozessen in Unternehmen, Regulierungen und Marktstruktur sowie Messprobleme.  Ziel des Projekts ist die Erstellung eines Literaturüberblicks zum Productivity Slowdown unter besonderer Berücksichtigung von Innovationsaktivitäten.
Das Projekt bildet einen Teil der Untersuchungen zur Langfristentwicklungen von Innovation und Produktivität und zur Frage, ob die Wirtschaft in eine Phase der säkularen Stagnation eingetreten ist. Ein Parallelprojekt befasst sich mit der Erfassung langer Innovatorenraten.