Im Unterschied zu der vor allem in den USA angewandten hedonischen Methode führt das traditionelle Verfahren der amtlichen Statistik Deutschlands möglicherweise zu einer systematischen Untererfassung der Qualitätsveränderungen. Dies könnte dazu führen, dass die allgemeine Einschätzung, dass die USA den Europäern im Einsatz dieser Technologien und den daraus entstehenden Produktivitätsgewinnen weit enteilt sind, revidiert werden muss. In diesem Fall haben einerseits Standorte Wettbewerbsnachteile, wenn die Unternehmen ihre Standortentscheidungen und die Lokalisierung ihrer Investitionen nach den in der Adoption und in der Produktivität führenden Märkten ausrichten. Die Informations- und Kommunikationstechnologien, die beim Entstehen der New Economy eine entscheidende Rolle spielen, sind davon besonders betroffen, da gerade sie starke Qualitätsverbesserungen in kurzer Zeit aufweisen. In Ermangelung international vergleichbarer, qualitätsbereinigter Deflatoren für IT-Güter haben einige Studien, die Deflatoren aus den USA auch auf andere Länder angewandt, damit konnten sie zeigen, dass die ausgewiesenen Produktivitätsunterschiede kein Artefakt unterschiedlicher Methoden der Qualitätsbereinigung sind. Die dazu notwendige zentrale Annahme einer synchron verlaufenden qualitätsbereinigten Preisentwicklung konnte im Rahmen dieses Projektes empirisch bestätigt werden. Obwohl deutliche Unterschiede in der durchschnittlichen Ausstattung der PCs in Deutschland und Frankreich beobachtet werden konnten, gab es keine signifikanten Unterschiede in der qualitätsbereinigten Preisentwicklung. Zusätzlich wurden auf dem hedonischen Ansatz basierende Kaufkraftparitäten ermittelt, die im Untersuchungszeitraum einen ca, 5-7% höheren Preis in Frankreich ausweisen. Dies kann auch als ein Beleg dafür angesehen werden, dass für PC und die Einzelkomponenten für PC ein Weltmarkt entwickelt hat, der die nationale (qualitätsbereinigte) Preisentwicklung dominiert. Die bei einem Vergleich der offiziellen Statistiken einzelner Länder zu Tage tretenden signifikanten Unterschiede in der Preisentwicklung sind unseren Berechnungen zu folge im wesentlichen Artefakte der jeweils verwendeten statistischen Verfahren und spiegeln die Preis- und Qualitätsdynamik der nationalen PC-Märkte nicht korrekt wieder Ein letzter, aus betriebswirtschaftlicher Sicht besonders interessanter Punkt war schließlich die Frage, inwiefern sich die Wertschätzung für einzelne Charakteristika von Land zu Land unterscheidet. Hier konnten bei einzelnen Charakteristika deutliche Abweichungen festgestellt werden, die sich auch in der durchschnittlichen Ausstattung widerspiegeln. Daraus lassen sich interessante Rückschlüsse auf die Vermarktungsstrategien für IT-Güter in den beiden Ländern ableiten. Als nächster Schritt sollen diese Analysen im Rahmen des Projekts „European Hedonic Center“ auf Basis einer anderen, wesentlich detaillierteren Datenquelle vertieft werden.

Ausgewählte Publikationen

Discussion Papers und Working Papers

Moch, Dietmar und Jack Triplett (2001), International Hedonic Price Indexes - A Comparison of PC Prices between France and Germany, mimeo, ZEW Mannheim, Brookings Institution.

Projektzeitraum

01.03.2001 - 31.12.2003

Kontakt
Projektteam

Dietmar Moch (Leitung)
Dr. Georg Licht

Kooperationspartner

Isabelle Remond Tiedrez, Institut National de la Statistique et des Etudes Economiques, Paris, FR
Philippe Scherrer, Institut National de la Statistique et des Etudes Economiques (INSEE), Paris, F
Dr. Paul Schreyer, Organisation for Economic Cooperation and Development, Paris, FR
Prof. Dr. Jack E. Triplett, The Brookings Institution, Washington D.C., USA