An die im Jahr 1999 neu eingeführte Insolvenzordnung wurden viele Erwartungen geknüpft. Eine der größten Hoffnung der Reformatoren war, dass eine Insolvenz nunmehr als Sanierungschance wahrgenommen werden würde und nicht mehr, wie bis dahin ein Konkursverfahren, als reines Abwicklungsprozedere. Diese Hoffnung gründete sich auf das neu eingeführte Instrument des Insolvenzplans, in dessen Rahmen ein insolventes Unternehmen restrukturiert und saniert werden kann. Rund zehn Jahre nach der Reform zeigt sich, dass der Insolvenzplan als Sanierungsinstrument bei weitem nicht im erhofften Maße genutzt wird.
Informationen über den Verlauf eines Insolvenzverfahrens werden zwar ad hoc veröffentlicht, danach jedoch nur dezentral und nicht für jedermann zugänglich bei den jeweils zuständigen Amtsgerichten vorgehalten. Bisherige Studien, die eine Erklärung für dieses Phänomen suchten, trafen ihre Aussagen aufgrund des beschwerlichen Datenzugangs daher nur auf einer relativ begrenzten Fallzahl. Mit dem Mannheimer Unternehmenspanel (MUP) hat das ZEW Zugriff auf eine Datenbasis, die solche Informationen umfassend beinhaltet. Im Rahmen dieses Projekts soll eine detaillierte, auf einer großen Fallzahl basierende Dokumentation der Kennzeichen und späteren Entwicklung der Unternehmen, die die Möglichkeit von Insolvenzplänen nutzen, erfolgen.