Das Projekt zielt darauf ab, Tarifverhandlungen im deutschen institutionellen Kontext zu analysieren und innovative Formen von Tarifverhandlungen und deren Ablauf zu beleuchten. Innovative und flexible Regelungen als Ergebnisse von Tarifverhandlungen sind ebenfalls Untersuchungsgegenstand dieses Projektes. Mit Hilfe von theoretischen Analysen werden mögliche Auswirkung von prozeduralen Reformalternativen abgeschätzt und sofern möglich empirisch untermauert. Der Schwerpunkt liegt auf der empirischen Analyse, wenn innovative Regelungen schon in Tarifverträgen Eingang gefunden haben. Konkreter werden im ersten empirisch ausgerichteten Teil des Projektes tarifvertragliche Öffnungsklauseln und Determinanten ihrer Anwendung untersucht, mit dem Ziel Wirkungen auf Löhne und Beschäftigung abzuschätzen. Die Ergebnisse sollen dazu herangezogen werden, zu beurteilen, ob solche Klauseln die betriebliche Flexibilität bei der Lohnsetzung nennenswert erhöhen. Bei der empirischen Umsetzung kommen verknüpfte Arbeitgeber-Arbeitnehmer Daten des IAB (LIAB) zur Anwendung, die eine Identifikation derjenigen Betriebe ermöglichen, die Öffnungsklauseln tatsächlich anwenden. Der zweite eher theoretische Teil des Projektes beschäftigt sich mit dem Zusammenbruch von Tarifverhandlungen und dem Ausbruch von Streiks. Dazu wird der spezifische deutsche institutionelle Rahmen untersucht und anderen Ländern gegenüber gestellt, um Einsichten über Reformansätze zu gewinnen. Es werden institutionelle Alternativen aufgezeigt und untersucht, die für beide Seiten unproduktive Streiks verhindern helfen sollen und insbesondere dazu geeignet sind, gegenseitiges Vertrauen bei den beteiligten Akteuren aufzubauen. Im Speziellen werden unterschiedliche Formen von Schlichtungsverfahren vor dem Hintergrund asymmetrischer Information untersucht. Aber auch Fragen wie Verhaltenskodizes, Modalitäten für Urabstimmungen, Regelungen für Drittwirkungen von Streiks und die Frage des Zentralisierungsgrades von Lohnverhandlungen sollen erörtert werden. Zur empirischen Abstützung theoretischer Ergebnisse werden hierbei Ergebnisse aus anderen Ländern herangezogen.

Projektzeitraum

01.05.2007 - 31.01.2008

Kontakt
Auftraggeber

Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V., Frankfurt am Main, DE