Im Gegensatz zu gezielten regionalen Förderprogrammen ist die Förderung von Existenzgründungen flächendeckend ohne Ausschluss bestimmter Regionen. Demnach sollte ein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Förderanträge und der Gesamtzahl von Existenzgründungen bestehen. Im Rahmen der Förderstatistik werden jedoch nur jene Gründungen erfasst, deren Förderung beantragt wurde. Sowohl in der Antragstellung als auch in der Antragsgenehmigung könnten sich regionale Unterschiede ergeben. In der politischen Debatte wird daher auch die "Benachteiligung" bestimmter Regionen im Mittelzufluss thematisiert. Die Untersuchung befasste sich mit der empirischen Überprüfung dieser "Benachteiligungs-These". Dazu erfolgte zunächst eine Bestandsaufnahme und Erfassung der Existenzgründerförderung der Landesbank ( L-Bank) und Deutschen Ausgleichsbank (DtA), die primär darauf ausgerichtet sind, flächendeckend in Baden-Württemberg die Existenzgründung fördern. Ergebnis ist, dass verdichtete Regionen eine unterdurchschnittliche und ländliche geprägte Regionen eine überdurchschnittliche Förderintensität aufweisen. Dieses Muster ist sowohl in Baden-Württemberg als auch im gesamten Bundesgebiet West zu beobachten. Im Rahmen einer sich anschließenden multivariaten Analyse wurde dem Beitrag einiger Determinanten zur Erklärung dieser Unterschiede nachgegangen. Als räumliche Untersuchungseinheiten wurden dazu die Stadt- und Landkreise Westdeutschlands (ohne Berlin) verwendet, für die flächendeckend Angaben zur DtA-Existenzgründungsförderung im Jahr 1999 zur Verfügung stehen. Ergebnis ist, dass Kreise mit einer hohen Filialdichte von Sparkassen und Genossenschaftsbanken beziehungsweise einem hohen Anteil derselben als Hausbankvon jungen Unternehmen eine höhere Förderintensität aufweisen. Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind vor allem in ländlich geprägten Kreisen präsent. Demnach profitieren diese Kreise stärker als verdichtete Kreise von der wichtigen Rolle, die beide Finanzinstitute als Intermediäre zur Finanzierung von Existenzgründungen in Deutschland leisten. Die geringere Förderintensität in den verdichteten Kreisen kann auch mit der Branchenstruktur der Gründungen erklärt werden. So ist in Städten ein hoher Anteil neuer Dienstleistungsunternehmen zu beobachten. Aufgrund ihres vergleichsweise geringen Kapitalbedarfs fragen Dienstleister weniger Fördermittel nach.

Ausgewählte Publikationen

Discussion Papers und Working Papers

Egeln, Jürgen und Dirk Engel (2001), Identifizierung regionaler Unterschiede bei der Inanspruchnahme der Existenzgründungsförderung, Endbericht zum Gutachten im Auftrag des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, Mannheim.