In dem Projekt wurde der informelle Beteiligungskapitalmarkt für technologieintensive Unternehmensgründungen in Deutschland von der Nachfrageseite her beleuchtet. Das besondere Augenmerk lag auf der Finanzierung dieser Unternehmen durch Business Angels, d.h. durch Privatpersonen, die aus ihrem Privatvermögen direkt in die Unternehmen investieren und über die Kapitaleinlage hinaus unternehmerisches Know-how, Netzwerke usw. einbringen. Datengrundlage für die Studie war die 2007er Befragung des ZEW Hightech-Gründungspanels.

Das Projekt lässt sich in vier Themenblöcke untergliedern:

I. Quantitative Bedeutung von Business-Angel-Investments in Hightech-Gründungen
Im ersten Themenblock wurde der Anteil Business-Angel-finanzierter Hightech-Gründungen der Stichprobe ermittelt und auf die Gesamtheit der Gründungen in diesem Segment hochgerechnet, um so eine Einschätzung der Verbreitung dieser Finanzierungsform unter jungen technologieintensiven Unternehmen zu ermöglichen. Dabei zeigte sich, dass Business Angels an 5% der in den Jahren 2001 bis 2005 neu gegründeten Hightech-Unternehmen Beteiligungen erworben haben. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen innerhalb des Hightech-Sektors (Spitzentechnik einschließlich Informationstechnik, hochwertige Technik, Software, technologieintensive Dienstleistungen). Business Angels sind demnach der wichtigste Beteiligungskapitalgeber für junge Hightech-Unternehmen. Venture-Capital-Gesellschaften haben sich im Vergleich dazu an lediglich gut 2% der Unternehmen beteiligt.

II. Charakterisierung des von Business Angels erbrachten Mehrwerts
Die Form der Unterstützung, die Business Angels über den Finanzbeitrag hinaus leisten, wurde im zweiten Themenblock charakterisiert und in ihrer Bedeutung aus Sicht der Unternehmen analysiert. 80% der Unternehmen erhalten von ihrem Business Angel eine Leistung, bei der der Business Angel ins operative Geschäft des Unternehmens eingebunden ist, zum Beispiel durch Mitarbeit im Unternehmen. In der Regel unterstützen Business Angels ihre Portfoliounternehmen zusätzlich durch Betreuung und Beratungsleistungen sowie durch die Vermittlung von Kontakten zwischen dem Gründer und potenziellen Geschäftspartnern. Dabei engagieren Business Angels sich vor allem im kaufmännischen Bereich in ihren Portfoliounternehmen. Die verschiedenen Unterstützungsleistungen der Business Angels werden von den Unternehmensvertretern überwiegend positiv beurteilt. Das bedeutet, dass die Unterstützungsleistungen der Business Angels aus Sicht der Unternehmensgründer einen echten Mehrwert für das Unternehmen darstellen.

III. Anbahnung von Business-Angel-Beteiligungen
Die Untersuchungen dieses Projektabschnitts sollten ein Bild darüber vermitteln, wie der Kontakt zwischen Hightech-Unternehmen und Business Angels typischerweise zustande kommt. Wie die Untersuchung gezeigt hat, haben die meisten Unternehmen ihren Business Angel über private Kontakte, wozu auch Geschäftspartner zählen, gefunden. Im Vergleich zu den privaten Kontakten spielen institutionalisierte Kontaktwege wie der Kontakt über Business-Angel-Netzwerke, über Gründerzentren oder über Businessplan- oder Gründerwettbewerbe eine eher untergeordnete Rolle.

IV. Gründe für das Nicht-Zustandekommen von Business-Angel-Beteiligungen
Im letzten Themenblock sollten die Gründe untersucht werden, warum Business-Angel-Beteiligungen nicht zustande kommen. Hierbei konnten jedoch nur die Gründe betrachtet werden, die auf Seiten der Kapitalnehmer, sprich der Unternehmen, liegen. Die zwei wichtigsten Gründe, weshalb es nicht zu einer Beteiligung eines (potenziellen) Privatinvestors gekommen ist, obwohl ein Kontakt zwischen Unternehmen und Privatinvestor bestand, waren die Nicht-Einigung über die Investitionshöhe sowie der nicht vorhandene Bedarf nach zusätzlichem Kapital von Seiten der Unternehmen, weil die Unternehmen ihren Finanzierungsbedarf aus anderen Quellen decken konnten. Andrerseits haben drei Viertel der Hightech-Gründungen noch nicht einmal Kontakt zu potenziellen Privatinvestoren. Der am häufigsten genannte Grund, weshalb kein Kontakt zu einem Privatinvestor zustande gekommen ist, war auch hier der nicht vorhandene Bedarf nach zusätzlichem Kapital. Viele Hightech-Unternehmen waren jedoch auch nicht bereit, Mitspracherechte an externe Investoren abzugeben, und haben sich deshalb nicht um einen Kontakt zu einem Privatinvestor bemüht

Ausgewählte Publikationen

Gutachten

Fryges, Helmut, Sandra Gottschalk, Georg Licht und Kathrin Schopen (2007), Hightech-Gründungen und Business Angels, Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), Mannheim. Download