Bei diesem Projekt handelt es sich um eine Fortführung der Zusammenarbeit zwischen dem ZEW und "unternimm was.", der Gründerinitiative von Microsoft Deutschland. Bereits in den Jahren 2006 und 2007 wurden Projekte zum Thema "Hightech-Gründungen in Deutschland" durchgeführt.

Das Projekt bestand aus drei Modulen:

Im ersten Modul wurde auf Basis des ZEW-Gründungspanels die Entwicklung der Anzahl der Unternehmensgründungen in Deutschland in den High-Tech-Sektoren untersucht, sowie einer regionalisierte Betrachtungen angestellt. Im Fokus dieser Regionalanalyse standen die beiden Verwaltungseinheiten Bundesländer und Raumordnungsregionen, sowie die deutschen Metropolregionen als zusätzliche Analyseeinheit.

Das zweite Modul war in die beiden Schwerpunktthemen (1) Hightech-Gründungen durch Frauen und (2) Internationalisierungsstrategien junger Hightech-Unternehmen untergliedert. Die Bearbeitung des Schwerpunktthemas High-Tech-Gründungen durch Frauen erfolgte auf Basis des ZEW-Gründungspanels sowie mit den Daten der Hightech-Befragung 2007. Dabei wurden geschlechtspezifische Unterschiede zwischen High-Tech-Unternehmen analysiert. Zur Bearbeitung des Schwerpunktthemas Internationalisierungsstrategien junger High-Tech-Unternehmen wurde eine erneute Befragung junger High-Tech-Unternehmen durchgeführt.

Ausgewählte Ergebnisse:

Zeitliche Entwicklung der Gründungstätigkeit in den High-Tech-Sektoren

  • Die Anzahl der Unternehmensgründungen in Deutschland entwickelte sich im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr im High-Tech-Bereich besser als in anderen Sektoren.
  • Die Anzahl der Unternehmensgründungen über alle Wirtschaftszweige hinweg ist rückläufig.
  • Der Trend bei den High-Tech-Gründungen steht der Entwicklung Gründungsgeschehens insgesamt diametral gegenüber.
  • Die Anzahl der High-Tech-Gründungen in der Industrie erholt sich weiter.

Regionale Entwicklung der Gründungstätigkeit in High-Tech-Sektoren

  • Die Region München liegt mit einer High-Tech-Gründungsintensität in den Sektoren Industrie und Dienstleistungen sowie in den Bereichen der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) unangefochten an der Spitze.
  • Im industriellen High-Tech-Sektor gehen die Regionen Nürnberg und Hamburg bei der Entwicklung in den letzten zehn Jahren als Gewinner hervor. Nürnberg liegt hier überraschend auf dem zweiten Platz, dicht gefolgt von Hamburg auf dem dritten Rang.
  • Hamburg und Hannover gehören zu den Aufsteigern im Bereich technologieorientierter Dienstleistungen.
  • Im Gegensatz zu den Unternehmensgründungen insgesamt sind High-Tech-Gründungen eher keine Notgründungen, sondern fundierte, persönliche Unternehmensentscheidungen.
  • Insgesamt entwickelt sich eine zukunftsträchtige Wirtschaftsbranche damit positiv.

High-Tech-Gründungen durch Frauen

  • Der Anteil von Frauengründungen in den High-Tech-Sektoren ist mit 8 v.H. geringer als ihr Anteil an allen Gründungen insgesamt.
  • In den High-Tech-Sektoren finden Frauengründungen vor allem im Bereich der Dienstleistungen (außer Software) statt, seltener jedoch in der Industrie (insbes. Spitzentechnik).
  • Frauengründungen in den High-Tech-Sektoren sind kleiner als Männergründungen und wachsen langsamer.
  • Frauengründungen führen seltener FuE-Aktivitäten durch und generieren weniger Marktneuheiten.
  • Unterschiede bei der Unternehmensfinanzierung sind bei Frauengründungen oft durch eine schlechtere Ertragslage bedingt.

Internationalisierung

  • 31 v.H. der jungen High-Tech-Unternehmen in Deutschland erzielten in den ersten Jahren nach ihrer Gründung Exporterlöse im fremdsprachigen Ausland.
  • Junge High-Tech-Unternehmen, die sich auf technologische Vorsprünge stützen können, finden leichter und schneller den Weg auf fremdsprachige Auslandsmärkte.
  • High-Tech-Unternehmen sind häufig „Born Globals“.
  • Exportierende High-Tech-Unternehmen sind tendenziell größer und wachsen schneller als nicht-exportierende High-Tech-Unternehmen.
  • International ist Europa der wichtigste Markt für junge High-Tech-Unternehmen, Asien ist beim Anteil an den Exportumsätzen bereits dicht an Nordamerika herangerückt.
  • Die mit der Exporttätigkeit ins fremdsprachige Ausland zusammenhängenden Kosten sind für junge High-Tech-Unternehmen eher unbedeutend.
  • Bei vielen High-Tech-Unternehmen verpuffen ihre Exportbemühungen.
  • Eine Anpassung der eigenen Produkte an die Erfordernisse von Auslandsmärkten ist unverzichtbar.
  • Eine bessere Sensibilisierung des Managements junger Unternehmen für die Notwendigkeit einer zielgerichteten Vorbereitung der Auslandsaktivitäten kann die Effizienz wirtschaftspolitischer Maßnahmen zur Exportunterstützung verbessern.

Ausgewählte Publikationen