In der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/2009 standen viele Unternehmen vor der Frage, ob sie angesichts rückläufiger Umsätze und einer verschlechterten Ertragssituation auch ihre Ausgaben für Forschung und Innovation nach unten anpassen sollten. Eine Kürzung von Innovationsausgaben verbessert zwar unmittelbar die finanzielle Lage des Unternehmens. Sie bedeutet aber meist auch, dass Innovationsprojekte beendet oder zeitlich gestreckt werden müssen. Mittel- und langfristig kann dies die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen schwächen, wenn im folgenden Aufschwung nicht ausreichend neue Produkte in der Pipeline sind, nicht rasch genug auf neue Kundenanforderungen oder Wettbewerberstrategien reagiert werden kann oder nicht rechtzeitig neue technologische Entwicklungen aufgegriffen werden.
Das Projekt untersucht basierend auf den Daten des Mannheimer Innovationspanels des ZEW sowie einzelnen Fallstudien, welche Auswirkungen unterschiedliche Anpassungen der FuE- und Innovationsaktivitäten während der Krise auf den späteren Innovationserfolg der Unternehmen hatten. Dabei betrachten wir zum einen die Veränderung der FuE- und Innovationsausgaben im Krisenjahr 2009 in Abhängigkeit vom Ausmaß der Krisenauswirkung auf das jeweilige Unternehmen. Zum anderen wird der Einfluss der Innovationsstrategien und des Innovationsmanagements in den Unternehmen untersucht. Im Zentrum des Projekts stehen drei Leitfragen:

  1. Konnten Unternehmen, die während der Wirtschaftskrise kontinuierlich in Forschung und Innovation investiert haben, später höhere Markterfolge mit Innovationen erzielen als Unternehmen, die ihre Innovationsausgaben zurückgefahren haben?
  2. Welche Innovationsstrategie ist hilfreich, um positive Effekte eines antizyklischen Innovationsverhaltens zu erzielen?
  3. Mit welchen Maßnahmen können Unternehmen trotz niedrigerer Innovationsausgaben während der Wirtschaftskrise ihre Innovationsfähigkeit auch nach der Krise auf hohem Niveau halten?

Ausgewählte Publikationen

Discussion Papers und Working Papers